Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Monat: Januar 2022 (Seite 1 von 1)

Gießen und graben

Der Januar brachte überwiegend kaltnasses Wetter, zum Glück aber fast keinen Frost, sodass wir stetig weiterbauen und umgraben konnten.

Der größte Fortschritt zeigt sich derzeit beim Fundament. Peter hat sich echt ins Zeug gelegt, damit es rechtzeitig fertig wird und noch genug Zeit hat um gut durchzuhärten. Also wurde weiter gegraben und verschalt und gestern war es dann so weit: Der letzte Teil samt Bodenplatte konnte gegossen werden! Zum ersten Mal hatten wir beim Gießen sogar Sonnenschein (bisher war das Wetter beim Betonieren fast immer nass und nieselig), was nicht nur der Laune sondern auch der Bodenbeschaffenheit (kein Matsch!) zugute kam. Nach sieben Säcken Zement, gut zwei Tonnen Schotter, ca 60 Schubkarren und ca drei Stunden glätten war alles fertig und sieht super aus.

Hier eine Fotostrecke mit dem Baufortschritt der letzten Wochen:

Nun muss der Zwischenraum noch geschottert und gestampft werden. Darauf kommen dann ein paar Platten Styrodur und eine Dampfsperre und dann kann das Häuschen kommen! Wir freuen uns mega darauf!

Auch der Gemüsegarten hat Fortschritte gemacht. Wie wir festgestellt haben, müssen wir für die Beete terrassieren. Mehr als gedacht. Glücklicherweise haben wir aber noch einiges an Grauwackesteinen übrig, sodass wir das mit kleineren Trockenmauern gut hinbekommen. Erde muss dann von einer Seite auf die andere umgeschichtet werden um den schräg abfallenden Hang auszugleichen. Dabei können auch gleich die Brombeerwurzeln aussortiert werden.

Für die Beete selbst haben wir von unserem Freund Tobias Palettenrahmen geschenkt bekommen, die man super zum Hochbeet umfunktionieren kann. Das spart nicht nur eine Menge Geld, sondern auch Arbeit, denn sie können schnell aufgestellt und müssen nicht erst gebaut werden. Die Holzrahmen stehen auf einer Reihe Pflastersteine, die wir kostenlos über Ebay Kleinanzeigen bekommen haben. So verrotten die Rahmen von unten hoffentlich nicht so schnell.

So sah und sieht es aktuell im Gemüsegarten aus:

Nach und nach werden nun vier solcher Beete aufgebaut, wobei wir uns (nachdem wir mal überschlagen haben wie viel Erde in die Beete rein kommt und dabei blass wurden) für die nächsten drei Beete dazu entschieden haben, sie nur einen Rahmen hoch zu machen. Statt zweitem Rahmen oben drauf, heben wir die Beete einfach etwas tiefer aus. Unten rein kommt das Wühlmausgitter, obendrauf Grünschnitt und dann wieder ausgehobene Erde. Darauf dann Kompost, Schafmist, Urgesteinsmehl, Bokashi und Pflanzerde. Das macht etwas mehr Arbeit (allerdings müssen wir die Erde ja sowieso auf Brombeerwurzeln durchforsten), spart aber echt viel Pflanzerde. Und wir kommen trotzdem auf eine gute Tiefe für Karotten etc ohne dass diese in das Wühlmausgitter einwachsen.

Dies ist nun unser erster Frühlingsbeginn im Garten und so beobachten wir zum ersten Mal, wie sich die Frühblüher der Sonne entgegenstrecken. Wir sind gespannt, wie viele der von uns gesetzten Frühblüher uns die Wühlmäuse übriggelassen haben (die Schneeglöckchen im Bild sind wild und wurden nicht von uns gesetzt).

Und a propos Pflanzen: Für das Vorziehen der Gemüsepflanzen ist es noch etwas früh (nur die Artischockensamen haben bisher den Weg in die Vorzuchttöpfe gefunden), aber einige Stauden können durchaus schon vorgezogen werden. Die folgenden stehen schon auf dem Balkon und gehen hoffentlich bald auf:

Abgesehen davon treibt auf der Fensterbank die Süßkartoffel die ersten zarten Triebe, die dann im Mai in Kübel gesetzt werden können.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Das Wetter ist weiterhin überwiegend trübe, aber das Fundament muss fertig werden. Also haben wir uns nach Weihnachten an die Arbeit gemacht und weiter gewerkelt. Schalbretter wurden oben auf die Schalsteine aufgesetzt und mit Schraubzwingen festgeschraubt um das Fundament noch etwas zu erhöhen und vor allem um die sehr unterschiedlich hohen Schalsteinen auszugleichen. Wer günstig kauft, muss eben improvisieren und mehr arbeiten 😉 Dann hieß es, das ganze in die Waage zu bringen, was nicht ganz einfach war, uns aber letztendlich (anscheinend) gelungen ist.

Im nächsten Schritt haben wir dann, mal wieder bei leichtem Nieselregen, Beton gemischt, die Steine samt Schalung befüllt und oben schön mit der Wasserwage glattgezogen.

Das hat ganz gut geklappt und es sieht bisher so aus, als ob alles ziemlich gut in der Waage ist und gut trocknet!

Frau im Modder
Alles scheint gut zu trocknen und sieht gut aus!

Die vorderen drei Seiten des Häuschen haben nun also ihr Fundament. Nun fehlt „nur“ noch die Bodenplatte für den kleinen Anbau (den Peter selbst bauen möchte), die gleichzeitig auch die vierte Seite des Fundaments bilden wird. Dafür müssen wir aber erst noch etwas ausschachten und Kies füllen und stampfen. Wir hoffen, dass es in den nächsten Wochen mild bleibt, sodass wir die Platte bald gießen können.

Gleichzeitig geht die Vorbereitung für die Hochbeete weiter, denn Anfang März sollten die ersten Saaten ausgebracht werden (Radieschen zum Beispiel). Zwei Grundstücke weiter rodet unser Nachbar Mohammed einige Bäume, darunter auch Birken. Da er mit der Menge des anfallenden Grünschnitts nichts anfangen kann, haben wir angeboten, ihm Birkenäste abzunehmen. So muss er sie nicht entsorgen und wir gewinnen Schnittgut zum Befüllen der Hochbeete und Äste um den Zaun um die Beete zu basteln – also mal wieder eine win-win-Situation, die sogar noch dem Prinzip der Permakultur (Nutzen und Verwenden von allem was anfällt) folgt.

12 Schubkarren später dürften wir genug Material für zumindest die Hälfte der Beete zusammen haben.

Und es dürften schon fast genug Äste sein für den Zaun. Da auf der Grenze zu Thomas noch zwei Birken von uns gefällt werden sollen (diese stehen sehr schief weil sie durch das Brombeerdickicht durchwachsen mussten), kommt von diesen beiden Bäumen noch einiges dazu, sodass genug zusammenkommen dürfte.

Zaunmterial

Und dann gilt es mal wieder, auch die Brombeerwurzeln im Gemüsegartenbereich auszubuddeln. Nicht ganz so tief und genau wie an anderen Stellen (denn da kommen ja die Hochbeete hin und dazwischen ist geplant, die Wege 20cm tief auszuheben und mit Holzhäcksel zu füllen), aber genug Arbeit ist das trotzdem. Die ersten ca 4 m2 habe ich gestern geschafft, morgen geht es weiter.

Und obwohl es Anfang Januar ist, wächst schon wieder einiges. Zum Beispiel der Knoblauch (aus dem Bioladen), den ich zum Schutz vor Wühlmäusen um ein paar der Wildgehölze gesetzt hatte. So zumindest die Theorie…

Kornelkirsche an Knoblauch

Und auch die ersten Frühblüher strecken schon vorsichtig die Blätter raus. Jetzt beginnt also das tatsächlich erste komplette Gartenjahr für uns 🙂

Die Regentage zu Hause werden selbstverständlich auch genutzt: Über nebenan.de konnte ich eine Nachbarin finden, die Haselnussruten loswerden wollte. Diese habe ich abgeholt und werde daraus Beetumrandungen flechten sobald ich Weidenruten habe. Vorab habe ich heute schon mal eine Rankhilfe daraus geflochten, die noch verbesserungswürdig aber schon ganz hüsch ist.

Außerdem ging es mit den Trittsteinen los. Diese sind entweder günstig und hässlich wie die Nacht oder unerschwinglich, zumindest bei einem Garten unserer Größe. Also war der Plan, diese einfach aus Schnellbeton selbst zu gießen. Ist ein bisschen Arbeit, gleichzeitig heißt das aber auch, dass man die Steine mit einem selbst gewählten Muster verzieren kann. In unserem Fall ist das die Blume des Lebens. Ich benutze dafür eine Art Schablone die aus dünnem Holz gefertigt ist, das ich oben in den noch nassen Beton reindrücke (eigentlich hängt man sich das ins Fenster). Auch hier braucht es ein bisschen Übung, aber der vierte Stein wurde schon ganz ok. Hier sieht man ihn im noch nassen, ungetrockneten Zustand. Die nächste Charge wird sicher noch schöner!

Die runde Form ist aus einem Stück 5cm dickem Styropor ausgeschnitten und wird dann mit nassem Beton gerfüllt.