Der Februar war – wie die letzten Monate allesamt – recht verregnet. Insbesondere vor dem Hintergrund unseres schweren Lehmbodens, der in tieferen Schichten schon fast tonig wird, sind das nicht die besten Vorraussetzungen um weiter an den Hochbeeten zu bauen. Aber in wenigen Wochen kommt ja schon das Haus mit dessen Aufbau wir dann beschäftigt sein werden und zudem beginnt im März die Aussaatzeit im Freiland (der Startschuss fällt Mitte März mit den Erbsen), also hieß es trotz matschiger Erde ran an den Speck Boden.
Der Ablauf für die Beete ist ja immer fast gleich. Mit einer Trockenmauer das Niveau ausgleichen, Schotter an den Rand und Backsteine mit der Wasserwaage einigermaßen ausrichten, Palettenrahmen darauf stellen, Wühlmausdraht-Sarkophag erstellen (definitiv die erste Arbeit im Garten die mir wenig Spaß macht – total pieksig und fisselig), mit Noppenfolie auskleiden, Draht spannen damit der Rahmen durch die Erde nicht auseinandergedrückt wird, und dann die abgegrabene Erde der einen Seite (wo der Hang etwas höher ist als auf der anderen Seite) abgraben, Wurzeln raussammeln und wieder in den mittleren, ausgehobenen Teil des Beetes schaufeln. Oben drauf kommt dann eine Schicht Grünschnitt gefolgt von Kompost und darauf wiederum eine dicke Schicht Bio-Pflanzerde.

Den Kompost (und einen Kubikmeter Holzhackschnitzel) haben wir am vergangenen Wochenende mit Hilfe unseres Freundes Krister geholt, der uns freundlicherweise mit seinem Transporter aushalf. Wir haben für so einen Garten einfach das falsche Auto. Aber zum Glück die richtigen Freunde 🙂 wofür wir sehr dankbar sind. Nun liegen also 25 Sack Kompost im Garten bzw fünf davon schon im ersten fertigen Beet.
Die kleinen Wege zwischen den Beeten waren bei dem Wetter im Nu super matschig, aber nachdem wir sie mit den Holzhäckseln gemulcht haben, hat sich dieses Problem erledigt. Wir erhoffen uns dadurch auch, dass dort nicht so schnell Beikräuter wachsen und die Holzhäcksel auch den eventuellen Schnecken auf die Nerven gehen. Und schön sehen sie außerdem aus.
Um den Kompost (aus dem Kompostwerk) zu pimpen, gibt es in die Beete außerdem eine Schichte Bokashi. Seit vier Wochen sammeln wir unsere Gemüseabfälle und schichten sie mit Effektiven Mikroorganismen und Pflanzenkohle in einen luftdicht verschlossenen Eimer. Der darf dann ca zwei Wochen reifen, wobei sich die Mikroorganismen (wir nehmen gerade einfach den guten alten Kanne Brottrunk) vermehren und die Nährstoffe erschließen. Soll ein mega guter Dünger sein, der eben viel schneller fertig ist als Kompost. Allerdings darf das Zeug nicht sofort mit Wurzeln in Berührung kommen weil es doch recht sauer ist, es muss also in Erde vergraben werden. So in etwa sieht das aus (bevor die Erde drauf kommt):

Heute ist Beet Nummer zwei fast fertig geworden. Als wäre es schon April wechselten sich Graupelschauer und Sonne ab, sodass wir früher als geplant die Segel strichen und stattdessen noch im Gartenmarkt fast nebenan vorbeifuhren um die Anlieferung der Pflanzerde zu organisieren. Merke: Nicht immer ist der Baumarkt am günstigsten, zudem wir lieber die nette Frau vom Grünen Turm in Homberg unterstützen, die uns die 60 Säcke Erde freundlicherweise sogar noch anliefern wird. Top!
Zu Hause habe ich dann noch ein paar Ollas gebastelt, die uns dabei helfen sollen, die Bewässerung der Hochbeete auch in heißen Zeiten zu gewährleisten. Wir können ja nicht jeden Tag zum Gießen hin fahren und so machen wir uns Gedanken, wie wir sicherstellen können, dass es den Tomaten und Gurken auch an heißen Tagen gut geht. Ollas kann man fertig kaufen oder eben aus unglasierten Tontöpfen selber basteln. Man klebt sie mit Bienenwachs zusammen und gräbt sie später bis zum oberen Rand im Beet zwischen die Pflanzen. Mit Wasser gefüllt halten sie die Erde im Umkreis von his zu 80cm feucht und man kann die Pflanzen selbst wenn es heiß ist auch mal drei Tage alleine lassen. So heißt es jedenfalls. Wir werden es versuchen, es hört sich logisch an und macht wenig Aufwand. Zudem werden wir ja die Beete mit Schafwolle und/oder Grasschnitt mulchen, was auch extrem dabei hilt, dass es nicht so schnell trocken wird.

Derweil stehen die ersten vorgezogenen Pflänzchen im Keller und wachsen schon fleißig vor sich hin. Artischocken, Pimientos de Padron (Bratpaprika), Physalis und Romanasalat haben es dort kühl, aber dank der Growlights schön hell. Unsere Nachbarn fragten sich wohl schon, was wir da genau im Keller machen. Ich bin gespannt wann die Polizei anklingelt um mal nachzufragen ob wir im Keller Marihuana anbauen und/oder einem anderen zwielichtigen Gewerbe nachgehen…

Und hier noch ein paar Fotos mit Eindrücken vom Beetbau und den ersten Blüten im Garten. Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge, Narzissen, Schlüsselblumen, Immergrün und Lungenkraut zeigen die ersten Blüten. Petrus stellt also hoffentlich bald die Heizung und das Licht an.
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Sonja
"Und es wird fast jeden Tag noch ein bisschen mehr, was sich verändert. ..."
Sonja
"Vor zwei Wochen hatten wir an einem Tag Rehe, Igel und Glühwürmchen im ..."
Sonja
"Die Waschmaschinen-Erdmiete hatten wir uns tatsächlich auch überlegt als Lager für Wurzelgemüse im ..."