Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Monat: Mai 2021 (Seite 1 von 1)

Die Kuh ist vom Eis

Die letzten Tage waren sehr ereignisreich im Garten und wir sind einen risengroßen Schritt voran gekommen!

Unser Nachbar Waldemar hatte die Idee, den Caravan bei Ebay Kleinanzeigen reinzusetzen. Zu verschenken, zum Ausschlachten. Haben wir getan und es hat super geklappt! Am Samstag Vormittag haben wir das Innere weitestgehend rausgeholt und am Nachmittag kamen drei super freundliche junge Syrer, die das Ding komplett zerlegt und alles an Metall mitgenommen haben was drin/dran war.

Es hat Spaß gemacht mit den Jungs zu arbeiten und am Ende eines langen und echt anstrengenden Tages sah es aus, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen. Alles was sonst im Caravan drin war, haben wir hoch getragen (Matratzen, Holz, etc.) und der Müllhaufen oben ist jetzt wirklich beeindruckend groß. Jetzt fällt nur noch wenig mehr Müll an aus dem letzten Rest der Zone des Grauens und dann kann alles entsorgt werden!

Den Rest der Aufräumaktion haben wir dann am Sonntag gemacht, und wieder bekamen wir liebe Hilfe dabei: Unser alter Freund Volker, der eine Woche als Ehrenamtler in Duisburg bei einer Sportveranstaltung arbeitet, kam mit und hat geholfen die letzten Rest an Holz, Plastik und Teerpappe einzusammeln. Nicht nur geht die Arbeit zu dritt schneller, wir haben uns außerdem sehr über Volkers Besuch gefreut, denn wir hatten uns seit zwei Jahren nicht gesehen!

Verdiente Pause

Das Wetter ist ja endlich richtig schön (obwohl wir streng genommen nichts dagegen hatten, dass es in den letzten Wochen bei der ganzen schweren Arbeit noch nicht so heiß war) und das Licht am späten Nachmittag im Garten hat daran erinnert, dass die ganze Arbeit sich auf jeden Fall lohnt:

Abendstimmung

Nachdem wir mit Volker alles eingesammelt und aufgeräumt hatten, wurde noch der Platz auf dem der Caravan stand (und wo demnächst erst mal ein Interims-Pavillion für die ersten Monate aufgebaut wird) eingeebnet und mit einer Plane geschützt, damit dort nicht sofort wieder Brombeeren nachwachsen.

So viel Platz!

Der nächste Schritt ist jetzt die Entsorgung des ganzen Mülls per Container, was hoffentlich diese Woche über die Bühne gehen wird.

Nachbars Katze immer mit dabei

Wir haben einen Plan

Da das Wetter in den letzten Wochen meist regnerisch war, haben wir uns in dieser Zeit hauptsächlich der Gartenplanung gewidmet. Ideen hatten wir ja schon viele, diese aber noch nicht in eine Struktur gebracht.

Dann stieß Peter auch noch zufällig über ein wirklich supertolles Video von Jonas Gampe zum Thema Permakultur, das uns beide sofort sehr angesprochen hat (kann man hier ansehen). Nicht nur sind die Prinzipien der Permakultur quasi Aikido im Garten/Landbau, sie passen auch sehr gut zu allem, was ich bisher über Naturgärten gelesen habe.

Derart angefixt haben wir uns dann direkt das Buch „Permakultur im Hausgarten“ von Jonas Gampe besorgt, das wirklich eine super Sache ist. Gampe plant und legt Permakulturgärten an und ist richtig mit Herzblut bei der Sache. Er beschreibt in diesem Buch wunderbar, wie Permakultur funktioniert und gibt klare Ideen dazu, wie man die Anlage eines Gartens Schritt für Schritt plant. Dazu gehört erst mal, sich über Ressourcen und Begrenzungen des Gartens klar zu werden und dann zu überlegen, welche Elemente man in seinem Garten tatsächlich haben möchte (und vor allem: zu welchem Zweck). Auch eine Bestandsaufnahme des Gartenklimas (Wo ist es windig? Wo ist Sonne, Halbschatten oder Schatten? Wie ist der Boden in den unterschiedlichen Regionen beschaffen?) ist Teil der Planung.

Das klingt natürlich alles sehr logisch, also haben wir uns mal dran gesetzt und das alles gesammelt und aufgeschrieben. Anschließend haben wir dann den Garten vermessen und einen maßstabsgetreuen Plan gezeichnet, mit allem, was im Garten schon drin ist und bleiben soll. Auf diesem Plan können wir nun ebenfalls maßstabsgetreue Elemente hin und her schieben. Durch gute Planung lassen sich hoffentlich ein paar Arbeiten reduzieren, weil man ein paar Fehler vermeidet oder Dinge nicht doppelt und dreifach baut, weil sie dann doch an anderer Stelle besser sind.

Herausgekommen ist ein erster Plan, der uns im Moment erst mal gut gefällt. Wir werden sicher noch ein bisschen hin und her schieben, aber wir haben jetzt schon mal ein Bild im Kopf und das Große Ganze nimmt mehr Gestalt an.

Der erste Entwurf

Sie ist weg…

…die Hütte. Frei nach den Fantastischen Vier feiern wir heute den Abriss des Über- und Vorbaus des Caravans. Unser Freund Tobias, seines Zeichens Mann mit Erfahrung, Know-how und entsprechendem Werkzeug, hatte uns großzügig seine Hilfe angeboten. Kurzerhand trafen wir uns heute mit ihm im Garten und haben zu dritt ordentlich geschackert.

Als Vorarbeit hatten Peter und ich am Morgen schon mal den Vorbau ausgeräumt und die Fenster ausgebaut.

Peter mit Brechstange

Tobias hatte dann die richtigen Werkzeuge dabei und damit wurde zertrümmert, zersägt und zerstört was das Zeug hielt.

Das Wetter hielt bis fast zum Schluss mit einer kurzen Regenunterbrechung gut und wir kamen richtig zügig voran. Geschätzte 3,5 m3 Holz liegen jetzt oben am Weg, zusätzlich daneben weitere ca 500kg Holz mit verschweißter Teerpappe vom Dach.

Nun müssen wir uns als nächstes um die Entsorgung der Materialien kümmern und überlegen, ob wir den Caravan selbst zerlegen und dann entsorgen (scheint nicht allzu schwierig zu sein, wie Tobias uns heute zeigte), ihn versuchen den Hang hoch zu ziehen oder ob wir doch noch jemanden damit beauftragen.

Auf jeden Fall sind wir heute dank Tobias einen richtig großen Schritt weiter gekommen!

So nackig steht er nun da

Viel Bohr um nichts

In den letzten sieben Tagen war viel los, sodass ich nicht dazu gekommen bin, euch auf dem Laufenden zu halten. Bevor es mit den großen Arbeiten weiter gehen kann, warten wir noch auf den Notartermin. Dieser ist übermorgen und danach kann es mit dem Planen des Caravan-Abrisses los gehen, denn das lässt uns quasi ein bisschen mit angezogener Handbremse planen und arbeiten, weil vieles erst weiter gehen oder begonnen werden kann, wenn das Ding vom Acker bzw. die Kuh vom Eis ist. Trotzdem ist natürlich im Garten einiges passiert. Doch der Reihe nach.

Wir bekamen in den letzten Tagen Besuch, haben die nachsprießenden Brombeeren täglich wieder dezimiert (kaum dreht man ihnen den Rücken zu, sind sie schon wieder aus dem Boden geschossen – die Wurzeln müssen raus!) und den Brennessel-Bestand auf der Feuchtwiese dezimiert.

Das größte und spannendste Projekt war wohl Peters Versuch, nach Wasser zu bohren. Idealerweise hätten wir am Fuß den Grundstücks Wasser (vielleicht kein Grundwasser, aber zumindest Oberflächenwasser) gefunden und hätten so kein Wasser zum Grundstück legen müssen. Also liehen wir kurzerhand über Ebay Kleinanzeigen (meine derzeitige Go-to-Webseite) ein Brunnebohrset für einen Tag aus und Peter machte sich an die Arbeit.

Bis ca 3,5m lief alles gut, doch dann stieß Peter auf eine undurchdringliche Steinschicht. Das ist schade, kam aber nicht ganz unerwartet, unser Nachbar gegenüber den Hang hoch hat diese bereits in 50cm Tiefe, wir waren also darauf vorbereitet. Trotzdem war es spannend, das mal auszuprobieren!

A propos Wasser: Seit ein paar Tagen steht auch unser provisorisches WC-Zelt, das unser stilles Örtchen sein wird bis wir das Häuschen haben.

Das WC-Zelt

In das Zelt kommt eine Trockentrenntoilette, die wir gerade gestern fertigbauen konnten, da der bestellte Trenneinsatz (der Festes und Flüssiges voneinander trennt und so die Geruchsbildung verhindert) endlich eintrudelte. Es fehlt noch der letzte Schliff, aber in wenigen Tagen kann die Toilette ins Zelt einziehen.

Noch steht sie im Keller

Und um das Thema Wasser noch weiter zu führen, hat Peter sich ein super System zum Auffangen von Regenwasser ausgedacht. Noch haben wir kein Wasser um zB (um)gesetzte Pflanzen zu gießen. Nicht dass wir momentan ein Problem mit Trockenheit hätten 😉 aber das ganze gute Wasser von oben kann man ja noch brauchen. Also hat Peter ein paar der Wassertonnen, die wir auf dem Grundstück gefunden haben (oder uns geschenkt wurden) am oberen Rand des Grundstücks aufgestellt und die Entwässerungsrohre, die eigentlich für den Brunnen gedacht waren, genutzt, um das Wasser das bei Regen auf dem Wendehammer abläuft zu sammeln. Hierfür hat er eine Rinne aus dem Ton-Lehmgemisch gemacht, das wir beim Brunnenbohren in ca 1,5m Tiefe gefunden haben. Funktioniert bestens. Am nächsten Tag war das erste Fass schon voll, das zweite lief heute innerhalb von nur zwei Stunden während eines Regengusses voll. Das System werden wir noch verschönern, aber im Wesentlichen beibehalten.

1A Regenwasser für trockenere Tage

Drumherum haben wir wieder neue Pflanzen gefunden (Wasserhanf, Riesensegge, Gewöhnlicher Bärenklau und Ampfer), durften das Bodenleben bestaunen (außer den viele Regenwürmern auch zahlreiche Tausenfüßler und Blindschleichen) und haben dem örtlichen Steinbruch einen Besuch abgestattet um uns die Grauwacke anzusehen, aus der wir gerne unsere Trockenmauern bauen möchten. Neben dem Arbeiten ist aber auch schon Zeit für gemütliche Pausen und Genießen der Natur. So sitzen wir gerne mal auf unseren zwei Stühlen und schauen bei einem lauwarmen Bier dem Buntspecht zu der vor uns hin und her fliegt.

Ohne Worte. Mit Gezwitscher.

Übermorgen (Donnerstag) geht es dann wie schon geschrieben zur Sache, denn endlich geht es zum Notar. Danach muss der Vertrag noch von der jetzigen Eigentümerin bzw dem Notar in Ihrem Wohnort nachbeglaubigt werden und dann gehört das Grundstück (hoffentlich!) uns.

Möbel, Wege und Teichprofil

Die von mir günstig über Ebay Kleinanzeigen erstandenen Gartenmöbel sind mittlerweile aufgearbeitet und zwei Stühle durften nun im Garten einziehen. Wunderbar, jetzt darauf Pause machen zu können!

Weiter ging es gestern mit der Zone des Grauens, die mittlerweile dezimiert und nur noch die Zones des Ungehagens ist 🙂 Da sind wir wirklich gut voran gekommen, sodass es jetzt einen direkten Weg von oben zum Geräteschuppen gibt. Dieser wird der zukünftige Weg für Schubkarre etc. und wird dann richtig angelegt sobald die schweren Geräte zum Abriss des Caravans da waren.

Kaum zu glauben, dass diese gesamte Fläche noch vor zwei Wochen überwuchert und zugemüllt war.

Im Anschluss hat Peter weiter am Teich gebastelt und Fotos davon gemacht, um seine Galabauer-Kollegen bei der Abeit um Rat zu fragen ob es möglich ist, die vordere Seite des Teichs mit einer Trockenmauer abzusichern.

Derweil habe ich die untere Wiesenfläche ein bisschen gepflegt und dort mit größeren Stämmen aus der Zone des Unbehagens einen kleinen Totholzhaufen für Käfer etc. angelegt.

Totholzhaufen vor Gemeinem Schneebällen.

Nachmittags bekamen wir dann Besuch von einer Aikido-Freundin und ihrem Sohn sowie von alten Kletterfreunden von Peter. Alle können unsere Vision des zukünftigen Gartens sehen, freuen sich für uns und haben Hilfe in unterschiedlicher Form angeboten. Dafür sind wir sehr dankbar <3

Heute ist Gartenpause, aber für die kommende Woche haben wir uns natürlich wieder viel vorgenommen.

Pieksige Biester

Diesteln sind toll für Vögel und blühen schön. Breiten sich aber auch schnell und gerne aus, sodass man ihnen ab und an Einhalt gewähren muss. Im unteren, feuchten Teil des Grundstücks stehen bereits einige davon, vor allem Ackerkratzdiesteln. Ihre Dezimierung war heute mein Programmpunkt. Was die Brombeeren nicht geschafft haben (durch die dicken Schweißerhandschuhe zu pieksen) ist ihnen gelungen. Dafür gibt es meinen Respekt. Ein paar der Diesteln durften natürlich aber auch bleiben und wir freuen uns auf ihre Blüten (die dann direkt abgeschnitten werden wenn sie verblüht sind).

Zwischen den Diesteln (und den Brennesseln, die jetzt kräftig sprießen – Zeigerpflanzen für nährstoffreichen Boden) finden sich immer mehr Pflanzen, die nun nachkommen. Das Immergrün (siehe Bild ganz oben) erholt sich nach der Brombeerrodung gut und der am vergangenen Wochenende umgesetzte Fingerhut fühlt sich offensichtlich am neuen Platz sehr wohl. Von der eingesäten Gründüngung sieht man noch nichts, aber es regnet ja auch erst seit vier Tagen, das kommt bestimmt noch.

Vergissmeinnicht
Hasenglöckchen (?)
Jede Menge Wurmfarn und Gundermann finden sich im Schatten der Weiden.

Peters heutiges Projekt war ein erstes Abstecken des zukünftiges Teichs. Er soll irgendwann vor unserer Hütte, direkt im Anschluss an die Terrasse, angelegt werden. Durch die Hanglage, auch wenn sie nicht sehr stark ist, gilt es hier einiges zu beachten und den Bau gut zu planen. Wir haben schon ein paar Ideen, wie wir das umsetzen wollen, auch wenn der Bau natürlich noch ein bisschen auf sich warten lassen muss.

Größe, Form und Wasserspiegel des Teichs in der Planung
Die ausgehobene Erde ist ein Traum. Schön lehmig und nach dem ganzen Regen ordentlich feucht, aber ohne Staunässe. Die Farbe (dunkelbraun im Oberboden, lehmig helbbraun/gelblich im Unterboden) kommt auf dem Foto schlecht zur Geltung.

Heute haben wir auch Licht und Schatten am Nachmittag beobachtet und festgestellt, dass ein nicht unwesentlicher Teil des Grundstücks trotz der Södostlage nicht den ganzen Tag voll in der Sonne liegt. Das kommt vor allem durch die Bäume, die sich bereits auf dem Grundstück befinden und ist prima. Vor allem für den Teich, denn der lag schon um 16:30 Uhr nicht mehr in der Sonne, was für die Entwicklung des Teichklimas bzw der Wasserqualität viel günstiger ist, als wenn er den ganzen Tag voll in der Sonne steht.

Für morgen steht die Pflege der Wiese unten auf dem Programm (alte Stängel und trockenes Gras abharken), die weitere Dezimierung der Zones Grauens (Baumstämme klein sägen und am Rand der Wiese einen Totholzhaufen für Käfer, etc. damit bauen) und Besuch bekommen (von einer Freundin mit ihrem Sohn).

Die Recyclinghecke

In den letzten Tagen hatten wir zum ersten Mal willkommene Hilfe im Garten und sind dadurch echt toll voran gekommen. Sechs Hände arbeiten einfach schneller als vier. Und so ist unsere Totholzhecke schon gut 1,8m hoch und ca zehn Meter lang. Wir haben in ihr unglaublich viel Schnittgut unterbringen können, das sich vorher in der Zone des Grauens befand, deren Masse dadurch nun beachtlich geschmlozen geworden ist. Das erspart uns viele Fuhren zum Grünschnittplatz. Die Hecke ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Vögel, Igel und andere Tiere, ersetzt einen Zaun (da kommt keiner durch!) und ist noch dazu kostenlos. Quasi eine Win-win-win-Hecke.

Panoramabild der Totholzhecke

Zusätzlich hat Peter eine erste Test-Fläche umgegraben und schon mal von den gröbsten Brombeerwurzeln befreit. Dort haben wir nun probeweise Phacelia eingesät. Wasser zum Angießen haben wir noch keins, aber in den kommenden Tagen soll es regnen und unsere Erde ist direkt unter der Oberfläche schön feucht. Mal sehen ob das reicht.

Peters erstes Beet. 20 hart erarbeitete Quadratmeter.

Auf dem Nebengrundstück (das seit ca 20 Jahren verwildert und in einem noch schlimmeren Zustand ist als unseres war) haben wir zwischen abgeladenem Schnittgut ein paar Fingerhutpflanzen erblickt. Diese haben wir kurzerhand ausgegraben und in das neu angelegte Beet gesetzt. Abgesehen von den beiden Farnen von Birgit/Thorsten sind dies die ersten von uns gesetzten Pflanzen. Jetzt können wir also ganz offiziell von einem Garten sprechen!

Vier Mal Fingerhut

Dort wo die Flächen jetzt frei sind, kommen immer mehr Pflanzen nach, die sich selbst angesiedelt haben. Neu dazu gekommen sind z.B. Gundermann und Vergissmeinnicht. Und auch rund um unseren Garten herum blüht jetzt vieles, sodass schon die Anfahrt allein hindurch zwischen Pflaumen- und Kirschbäumen, Löwenzahn, Gänseblümchen, etc. eine Freude ist.