In den letzten sieben Tagen war viel los, sodass ich nicht dazu gekommen bin, euch auf dem Laufenden zu halten. Bevor es mit den großen Arbeiten weiter gehen kann, warten wir noch auf den Notartermin. Dieser ist übermorgen und danach kann es mit dem Planen des Caravan-Abrisses los gehen, denn das lässt uns quasi ein bisschen mit angezogener Handbremse planen und arbeiten, weil vieles erst weiter gehen oder begonnen werden kann, wenn das Ding vom Acker bzw. die Kuh vom Eis ist. Trotzdem ist natürlich im Garten einiges passiert. Doch der Reihe nach.
Wir bekamen in den letzten Tagen Besuch, haben die nachsprießenden Brombeeren täglich wieder dezimiert (kaum dreht man ihnen den Rücken zu, sind sie schon wieder aus dem Boden geschossen – die Wurzeln müssen raus!) und den Brennessel-Bestand auf der Feuchtwiese dezimiert.
Das größte und spannendste Projekt war wohl Peters Versuch, nach Wasser zu bohren. Idealerweise hätten wir am Fuß den Grundstücks Wasser (vielleicht kein Grundwasser, aber zumindest Oberflächenwasser) gefunden und hätten so kein Wasser zum Grundstück legen müssen. Also liehen wir kurzerhand über Ebay Kleinanzeigen (meine derzeitige Go-to-Webseite) ein Brunnebohrset für einen Tag aus und Peter machte sich an die Arbeit.

Bis ca 3,5m lief alles gut, doch dann stieß Peter auf eine undurchdringliche Steinschicht. Das ist schade, kam aber nicht ganz unerwartet, unser Nachbar gegenüber den Hang hoch hat diese bereits in 50cm Tiefe, wir waren also darauf vorbereitet. Trotzdem war es spannend, das mal auszuprobieren!
A propos Wasser: Seit ein paar Tagen steht auch unser provisorisches WC-Zelt, das unser stilles Örtchen sein wird bis wir das Häuschen haben.

In das Zelt kommt eine Trockentrenntoilette, die wir gerade gestern fertigbauen konnten, da der bestellte Trenneinsatz (der Festes und Flüssiges voneinander trennt und so die Geruchsbildung verhindert) endlich eintrudelte. Es fehlt noch der letzte Schliff, aber in wenigen Tagen kann die Toilette ins Zelt einziehen.

Und um das Thema Wasser noch weiter zu führen, hat Peter sich ein super System zum Auffangen von Regenwasser ausgedacht. Noch haben wir kein Wasser um zB (um)gesetzte Pflanzen zu gießen. Nicht dass wir momentan ein Problem mit Trockenheit hätten 😉 aber das ganze gute Wasser von oben kann man ja noch brauchen. Also hat Peter ein paar der Wassertonnen, die wir auf dem Grundstück gefunden haben (oder uns geschenkt wurden) am oberen Rand des Grundstücks aufgestellt und die Entwässerungsrohre, die eigentlich für den Brunnen gedacht waren, genutzt, um das Wasser das bei Regen auf dem Wendehammer abläuft zu sammeln. Hierfür hat er eine Rinne aus dem Ton-Lehmgemisch gemacht, das wir beim Brunnenbohren in ca 1,5m Tiefe gefunden haben. Funktioniert bestens. Am nächsten Tag war das erste Fass schon voll, das zweite lief heute innerhalb von nur zwei Stunden während eines Regengusses voll. Das System werden wir noch verschönern, aber im Wesentlichen beibehalten.

Drumherum haben wir wieder neue Pflanzen gefunden (Wasserhanf, Riesensegge, Gewöhnlicher Bärenklau und Ampfer), durften das Bodenleben bestaunen (außer den viele Regenwürmern auch zahlreiche Tausenfüßler und Blindschleichen) und haben dem örtlichen Steinbruch einen Besuch abgestattet um uns die Grauwacke anzusehen, aus der wir gerne unsere Trockenmauern bauen möchten. Neben dem Arbeiten ist aber auch schon Zeit für gemütliche Pausen und Genießen der Natur. So sitzen wir gerne mal auf unseren zwei Stühlen und schauen bei einem lauwarmen Bier dem Buntspecht zu der vor uns hin und her fliegt.
Übermorgen (Donnerstag) geht es dann wie schon geschrieben zur Sache, denn endlich geht es zum Notar. Danach muss der Vertrag noch von der jetzigen Eigentümerin bzw dem Notar in Ihrem Wohnort nachbeglaubigt werden und dann gehört das Grundstück (hoffentlich!) uns.
Volker sagt:
Wasser gesucht. Bier gefunden.
23. Mai 2021 — 16:23