Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Monat: September 2021 (Seite 1 von 1)

Land gewinnen

Die letzten Tage im Garten gab es vor allem eins: wieder viel Arbeit mit den Brombeeren!

Da wir diesen Herbst eine Gehölzhecke mit und zu unserem Nachbarn Thomas setzen möchten, muss natürlich vorher erst mal die Erde dort von Brombeeren befreit werden. Unsere mittlerweile alten Bekannten wachsen gerade an dieser Stelle teilweise schon sehr lange, was sich daran zeigt, dass es dort (auf einer Fläche von insgesamt ca 60 m2) sehr viele und sehr dicke Wurzeln und Ranken gibt. Die müssen nun geschnitten und weggefahren werden. Im Anschluss kommt dann die Spitzhacke zum Einsatz um die Wurzelstöcke zu entfernen.

An anderen Stellen haben wir, wie ihr als aufmerksame Leser ja wisst, schon die gleiche Arbeit gemacht. Mit tatsächlich recht gutem Erfolg. Zwar wachsen fast überall noch Brombeeren nach, doch sind diese beherrschbar wenn man alle zwei Wochen mal über das Gelände geht und die neu gesprossenen Kabel zieht. Je nachdem, wie penibel wir beim Entfernen der Wurzeln sind, wächst mehr oder weniger nach. Im Bereich der zukünftigen Hecke sind derart viele Wurzelknollen, dass wir dort ganz sicher nicht alles raus bekommen und wohl noch mindestens zwei Jahr weiter nachwachsende „Bromberzen“ rausziehen werden müssen. Aber es scheint mittlerweile alles machbar.

Die Hecke wird ca 25m lang und aus den folgenden Gehölzen bestehen:
– Liguster (auf ca 8-10m Länge als Sichtschutz der schnell wächst und auch im Herbst/Winter nicht ganz kahl wird)
– Rote Heckenkirsche
– Pfaffenhütchen
– Kornelkirsche
– Holunder
– Quitte
– Essig- und Hundsrose
– Faulbaum
– Eberesche (Vogelbeere)
– Felsenbirn
– Kupferfelsenbirne
– Schlehe
– Kirschpflaume

Das ist eine bunte Mischung, die sehr vielen Insekten und Vögeln Nahrung und Versteck bieten wird.

Vor bzw unter die Hecke säen wir eine Saatgutmischung für Blühpflanzen ein, genannt Saum. Darin enthalten sind extrem viele einheimische Blumen, aber auch ein Schnellbegrüner (Hafertrespe), der die Überwucherung mit Wurzelunkräutern verhindern bzw. minimieren soll. Bestellt haben wir das bei www.naturgartenvielfalt.de, wo wir von Frau Lüchow super beraten wurden. Kurzerhand haben wir auch eine Samenmischung für einen blühenden Saum im schattigen Bereich unter den Weiden bestellt. Das Saatgut kommt von der Firma Rieger-Hoffmann, die einen echt tollen Job für die Natur machen indem sie heimische und insektenfreundliche Saatgutmischungen für den Siedlungs- und Agrarbereich erstellen. Deren Saatgut hatten wir schon für unsere Wiese im unteren Bereich bestellt und das Geld war super angelegt.

Bevor wir die wurzelnackten Gehölze (und unsere beiden Obstbäume!) setzen können, müssen wir allerdings noch einen neuen Zaun ziehen. Denn wie wir an dem Holundersetzling, den wir vor ein paar Wochen frisch gepflanzt hatten, feststellen mussten, haben die Rehe unseren Garten als Delikatessengeschäft entdecken und freuen sich anscheinend sehr über Holunder, Blaubeer- und Aroniabüsche, sowie über Blutweiderich etc., die von uns neu gesetzt wurden. Der Artenvielfalt zuliebe müssen die Rehe deshalb nun zumindest für eine ganze Zeit draußen bleiben. Nur ungern schließen wir sie aus, doch wenn wir etwas für Insekten und Vögel tun möchten (die stark bedroht sind – im Gegensatz zu den Rehen), müssen wir eben viele einheimische Pflanzen setzen. Und diese schützen bis sie groß genug sind. Also muss ein Wildzaun her, der stehen sollte, bevor die Gehölze kommen. Das wird unser Projekt für die Herbstferien.

Zuerst muss aber eben erst noch das Heckengelände fertig geräumt werden. Geschnitten ist bereits alles und auf ca 18m Länge haben wir auch schon die Wurzeln entfernt. Doch ein kleiner Rest bleibt noch, der uns auch am kommenden Wochenende noch beschäftigt halten wird.

Altweibersommer

Seit Schulbeginn ist unsere Zeit im Garten nun wieder begrenzt, sodass wir nicht mehr im gleichen Tempo vorankommen, wie in den Wochen davor. Trotzdem tut sich weiterhin etwas:

Das Feld des Bauern gegenüber ist mittlerweile abgeerntet, auch das Stroh wurde bereits aufgeladen und weggefahren. Dabei haben wir die Gelegenheit ergriffen, uns dem Bauern mal vorzustellen und haben ihm, als er an einem Sonntag am arbeiten war, eine Kardamombulle vorbeigebracht. Er hat sich offensichtlich sehr gefreut und kennenzulernen. Nachbarschaftspflege ist auch hier wichtig 🙂

Zwischendurch hatten wir mal wieder Besuch, dieses Mal von unserer Freundin Sara, die natürlich auch mit uns in den Garten kam und mir dort dabei half, die Wiese mal wieder von Disteln und Brennesseln zu befreien.

Diese Arbeit macht sich sichtlich immer mehr bezahlt, denn die Wiese wird nicht nur etwas weniger holprig, sie wird auch grüner und saftiger. Brennesseln und Disteln finden sich immer weniger, stattdessen setzen sich die gesäten Wildkräuter immer mehr durch. Wir mähen nach wie vor regelmäßig, um genau diesen Effekt zu verstärken und es scheint ganz gut zu funktionieren. Dazu haben wir uns einen gebrauchten Hoddededde zugelegt (diese Bezeichnung versteht nur, wer unseren Lieblingscomedian Eddie Izzard kennt… schaut mal hier rein), sodass wir nicht immer gleich die Elektrosense anschmeißen müssen.

Langsam aber sicher zeigen sich die ersten Anzeichen des Herbstes mit seinen wunderbaren Farben. Der Schneeball am unteren Zaun hat nun ferrari-rote Beeren, die uns entgegenleuchten und die Birken zeigen ein erstes, zartes Gelb. Die Karden blühen tapfer weiterhin. Sehr spät, für ihre Verhältnisse, aber wie wir feststellen, ist das Microklima am unteren Zaun recht feucht und kühl, deshalb verzögert sich wohl auch die Blüte meiner Lieblingsstaude (und dieses Jahr ist ja sowieso alles später dran).

Der gesetzte Grün- und Palmkohl zeigt sehr unterschiedliche Zwischenergebnisse. Stehen einige der Palmkohl Pflänzchen ganz gut da, hat es bislang nur eine Grünkohlpflanze geschafft zu überleben. Und das, obwohl wie Schneckenkragen und Unkrautvlies (als Abdeckung) verwenden. Wer uns die Setzlinge weggefuttert hat, wisen wir nicht. Wir halten die Augen offen und beobachten was passiert. Ist ja alles noch ein Lernfeld für uns.

Die Bestellung für unsere Wildhecke ist nun auch aufgegeben und wir dürfen etwa Ende Oktober mit Liguster, Kornelkirsche, Faulbaum, Schlehe, Quitte, Pfaffenhütchen und Co rechnen. Auch zwei Obstbäume (Halbstamm, Apfel Roter Berlepsch und Mirabelle von Nancy) kommen dann wurzelnackt zu uns. Ihre zukünftigen Plätze bereiten wir gerade vor, indem wir an der östlichen Grenze die Brombeeren zum Nachbargrundstück von Thomas hin roden und zerkleinern. Auch hier müssen wir natürlich die Wurzeln aus dem Boden holen. Und das sind an dieser Stelle wirklich viele. Es ist also insbesondere hier noch einiges zu tun bis Ende Oktober.

Zwischenzeitlich durften aber auch noch weitere Stauden in den Garten einziehen. Darunter auch eine Hortensie, die Peter zum 25jährigen Dienstjubiläum von seinen Kollegen geschenkt bekommen hat. Außerdem Walderdbeeren, eine Hundsrose und Strauchefeu. Im unteren Bereich bei der Wiese haben wir nun auch eine Beeren-Ecke. Dort stand schon die Stachelbeere, die wir unter den Brombeeren gefunden haben. Dazu haben wir nun Aroniabüsche, eine Blaubeere und einen Holunder gesetzt. Sie stehen schön in der Sonne und sollten dort einen prima Platz haben.

Da das mit dem Wasseranschluss wohl noch etwas dauert und man in den Zeiten des Klimawandels ja gar nicht für genug Wasser sorgen kann, haben wir uns mit der freundlichen Hilfe unseres schwedischen Freundes Krister nochmal zwei 1000l IBC Container zugelegt. So können wir zukünftig viel Regenwasser sammeln um auch in trockenen Sommern hoffentlich genug gießen zu können.

Nun hoffen wir auf einen goldenen Herbst, der vielleicht doch noch etwas Sonne und schöne Tage bringt, damit wir die Hecke gut vorbereiten können und noch ein paar Sonnenstunden im Garten verbringen können.