Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Monat: November 2021 (Seite 1 von 1)

Strippen ziehen

Wer denkt, nun müsse es doch so langsam mal Schluss sein mit den Brombeeren, hat weit gefehlt. Auch wenn ich mit dem Entfernen der Wurzeln stetig voran komme (derzeit machen wir Arbeitsteilung: Peter kümmert sich um das Fundament, ich um das Gärtnerische), ist noch immer viel Fläche übrig, die von den fiesen Kabeln im Boden befreit werden muss. Heute habe ich mich dem Areal um die Mirabelle gewidmet, das genau wie der Apfel eine Untersaat mit Kräuterrasen bekommen sollte. Damit bin ich auch fertig geworden und wieder bleibt zu hoffen, dass die Saat angeht und die Vögel nicht direkt alles wegfressen.

Um letztere abzulenken haben wir nun auch eine Futtersäule aufgehängt (die wahrscheinlich in der Eiche hängend noch nicht ganz Mäuse-sicher ist, demnächst muss ein Schäferstab her, an dem die Nager nicht hochklettern können). Mal sehen ob das funktioniert. Wir haben ein Rotkehlchen, das uns ständig besucht und sich nun hoffentlich an den Saaten in der Säule einen guten Winterspeck anfressen kann.

Während einerseits die Vögel gefüttert werden, möchten wir die Wühlmäuse andererseits ja lieber vertreiben. Die Buttersäure scheint stellenweise zu funktionieren, an anderer Stelle aber völlig ignoriert zu werden. Deshalb greifen wir neben den olfaktorischen nun auch zu akustischen Waffen: Wühlmaus-Scheuchen! Glücklicherweise trinkt mein Mann ja auch gerne mal Dosenbier. Die leeren Dosen werden, an Metallstäbe gebunden und tief in den Boden gesteckt, angeblich zum akustischen Albtraum der Wühlmäuse und sollen diese mit dem ständigen Scheppern vertreiben. Wir werden sehen ob das was bringt.

Zwischendrin habe ich mich auch mal wieder um die Wiese unten gekümmert und dort mal wieder Disteln und Brennesseln entfernt. Diese werden immer weniger, da sich offensichtlich der gesäte Kräuterrasen gut entwickelt, was man am satten Grün sehen kann und auch daran, dass sich bereits viel mehr Pflanzenarten in der Wiese finden. Mittlerweile blüht dort sogar schon das ein oder andere. Die Arbeit mit den Disteln/Nesseln hat sich offensichtlich gelohnt und wir freuen uns, wie schön grün es dort jetzt schon aussieht.

Wiese vorher (bzw dort wo sie seit dem Frühjahr nicht bearbeitet wurde). Außer Gras, Disteln und Bernnesseln war da nicht viel los.
Und so sieht die Wiese jetzt aus. Dichter, grüner (auch wenn man das auf dem Foto schglecht erkennt) und vielfältiger.

Peter ist wie schon erwähnt nach wie vor am Fundament beschäftigt und kommt dort gut voran. Die benötigten Ausschachtungen sind vorgenommen und nun kann es eigentlich mit dem Auffüllen und Stampfen der Lage Frostschutz-Schotter los gehen. Diese wird am kommenden Mittwoch geliefert. Zehn Tonnen Schotter und Kies für das Fundament. Was übrig bleibt, wird von mir dann für das Anlegen eines Magerbeetes verwendet.

Links Peter am Fundamentbau, rechts die Mirabelle mit Untersaat.

Die Tage wenn wir nicht im Garten sind, vertreibe ich mir derzeit mit Nähen. Im Keller steht ein älteres Schlafsofa, das einen verblichenen, roten Bezug hat der uns nicht mehr gefällt. Diesen habe ich abgenommen, aufgetrennt und auf einen wunderbar weichen Breitcord-Möbelstoff übertragen. Die Polsterkissen sind bereits fertig und der Bezug des Rahmens ebenfalls fast. Zukünftig soll das Sofa dann vor dem Öfchen im Haus stehen und ggf. als weitere Schlafgelegenheit dienen.

Goldener Herbst

Herbstzeit ist Pflanzzeit! Überpünktlich erreichten uns die restlichen bestellten Heckenpflanzen und da das Wetter in den letzten zwei Wochen recht gut war, wurde nun endlich die Hecke fertig gepflanzt. Einige Pflanzen wurden wurzelnackt, andere mit Ballen gesetzt und ein paar haben – so wie die Obstbäume – einen Drahtschutz gegen die Wühlmäuse bekommen. Im Anschluss haben wir gut 200 Zwiebeln für Frühblüher dazwischen gesetzt. Hier setzen wir wie (fast) immer auf einheimische Arten. Nicht nur weil das für die Tierwelt mehr Sinn macht (Stichwort Trachtfließband – also das Blühen von für Insekten relevanten Blumen nacheinander, sodass es zu jeder Jahreszeit fast immer was zu Schnabulieren gibt) , sondern auch weil einheimische Zwiebeln weniger lecker für Wühlmäuse sind. Diese gehen besonders gerne an Tulpen (die eigentlich in der Türkei heimisch sind) und andere Züchtungen. Einheimische Sorten und insbesondere Narzissen werden dagegen eher verschont.
Zwischen die Gehölze haben wir dann schon mal ein paar alte Tonröhren verteilt, die momentan noch etwas deplatziert wirken, aber zukünftig als Versteck für Kleintiere dienen sollen, sobald die Hecke und die Blumenwiese etwas gewachsen sind (siehe Foto unten in der Galerie).
Vervollständigt wurde die Hecke last but not least mit der Fettwiese-Untersaat von Rieger & Hoffmann.

Wir hoffen sehr, dass alles gut angehen und gedeihen wird und nicht nur sehr, sehr teures und mit viel Arbeit ausgebrachtes Wühlmaus- und Vogelfutter ist…

Die Gehölze werden verteilt und probieren schon mal ihren Standort aus.
Dann geht es ans Einpflanzen. Im oberen Teil stehen Liguster und Hasel für einen schnellen Sichtschutz.
Botanische Krokusse, Winterlinge, Schachbrettblumen, Traubenhyazinthen, Dichternarzissen, Großes Schneeglöckchen und Kugellauch. Außerdem wurden an anderer Stelle Zweiblättriger Blaustern und Buschwindröschen gesetzt. Insgesamt über 250 Blumenzwiebeln bzw Rhizome (im Fall des Buschwindröschens)
Auflistung der in der Saatgutmischung für die in/unter der Hecke enthaltenen Pflanzen.

Während ich mit den Blumenzwiebeln und der Einsaat beschäftigt war, hat Peter weiter an der Trockenmauer für die Terrasse gebaut. Das bedeutet einen Graben für das Fundament ausheben und mit Schotter anfüllen, gut feststampfen und dahinter ein Drainagerohr legen. Dann können die Steine gesetzt und immer schön mit Schotter hinterfüllt werden.

Die Drainage ist das A und O für eine dauerhafte Trockenmauer.
Die Mauer zur späteren Terrasse hoch ist fast fertig!

Wie man sieht, ist die Mauer schon fast fertig! Weiter geht es mit dem Aushub für das Ringfundament des Häuschens. Mit dem Aushub wird dann auch gleich der Raum hinter der Trockenmauer aufgefüllt, damit dieser eben wird. Oben drauf kommt dann irgendwann die Holzterrasse. Peter hat sich in den letzten Wochen ausführlich mit Themen wie z.B. Punkt- vs Ringfundament, Beton gießen und Bewehrungskörben beschäftigt und einen Plan erstellt wie wir das Fundament bauen werden. Das ist das bisher wohl größte und schwierigsten Projekt für uns und wir sind dankbar für Youtube und das Internet, über die so viele Informationen frei zugänglich sind, auch wenn man hier oft die Spreu vom Weizen trennen muss.

Das wird irgendwann mal der Blick von unserer Terrasse sein!

Bei der Gartengestaltung ging es dann noch weiter mit dem Anlegen einer kleinen, runden Kräuterrasenfläche um den Apfelbaum herum, schließlich will man ja irgendwann die Äpfel auch mal ernten können. Auch um den Birnenbaum wird eine solche Fläche demnächst angelegt. Um beide drumherum habe ich ebenfalls Krokusse, Leimkraut, Kugellauch und vor allem Knoblauch gesetzt, der sich günstig auf Obstbäume auswirken soll indem er Schädlinge fern hält. Auf die eingesäte Fläche oben drauf gab es dann noch eine ganz dünne Schicht Blätter als Mulch (zu viel darf es nicht sein, denn die Saaten sind Lichtkeimer) damit weder Regen noch Vögel zu viel Schaden an der ausgebrachten Saat anrichten. Das gleiche habe ich dann auch noch bei der Hecke gemacht.

In den kommenden Tagen wird auch die Birne noch auf die gleiche Art unterpflanzt. Und dann geht es weiter mit Fundamentbau und – mal wieder – dem Ausbuddeln von Brombeerwurzeln. Derzeit liegen noch ca 40 m2 Fläche vor uns, auf der die Brombeeren schon gerodet aber noch nicht ausgegraben sind (auf dem Bild oben zwischen Apfelbaum und Hecke und rechts davon sichtbar). Jetzt, wo es mehr regnet und unser Lehmboden schön feucht ist, macht das noch weniger Spaß als sonst, weil die Wurzeln im unteren Gartenteil zwar schon weniger tief liegen (dort stehen die Brombeeren noch nicht so lange), dafür aber schwieriger im klebrigen Lehm zu greifen und zu entfernen sind. Allerdings haben wir, wenn diese Fläche gemacht ist, einen wirklich schon sehr großen Teil des Gartens befreit und der Vergleich zum Anfangszustand des Gartens ist krass. Die letzte und nicht zu unterschätzende Etappe wird dann das Brombeerfeld rund um die große Birke sein. So in etwa nochmal 100m2, denke ich. Doch alles zu seiner Zeit.

Und hier kommen noch ein paar Fotos vom Mauerbau und der fertigen Hecke.