Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Kategorie: Schaffe, schaffe, Häusle baue (Seite 1 von 1)

Früchte des Feldes

Aus Kanada erreichte uns die Anfrage, ob es denn keine Blogbeiträge mehr gäbe 🙂 Stimmt, wir haben mal wieder lange nichts geschrieben, also kommt hier das neueste Update!

Dieses Jahr beschert uns einen echt tollen Sommer für Gartenanfänger wie uns. Nicht zu kalt, ab und zu Regen und selten wirklich extrem heiß (wobei sich das nächstes Wochenende ändern soll).

Das bedeutet, dass sich die Schäden durch Schnecken und Trockenheit in Grenzen halten und das Gemüse und Obst wunderbar wächst, wie man schon im Titelbild sehen kann. Bisher konnten wir Kartoffeln, Dicke Bohnen, Zuckerschoten, Möhren, Rote Bete, Salat, Butterkohl, Koriander, Spitzkohl, Mangold, Spinat, Radieschen, Fenchel, weiße Johannisbeeren, ein paar Erdbeeren und Stachelbeeren ernten. Und die ersten kleinen Tomaten und Bratpaprika waren sogar auch schon reif! Wir freuen uns jedes Mal beim Ernten ein mittelgroßes Loch in den Bauch und genießen das frische Gold. Direkt vom Beet rein in den Mund, manchmal mit Umweg über den Gaskocher im Garten. Marmelade wurde auch schon eingekocht. Herrlich!

Der Butterkohl (rechts) ist eine echte Entdeckung und wird auf jeden Fall wieder angebaut! Sehr lecker, sehr ergiebig und einfach Blatt für Blatt zu ernten.
Eine Portion Dicke Bohnen
Die dicksten Bauern ernten die dümmsten Kartoffeln – oder wie war das?
Satte zwei Kilo Stachelbeeren konnten wir ernten. Genug für Marmelade, UND Kuchen!
Salat mit Blüten vom Weidenröschen

Aber auch strukturell hat sich natürlich wieder ein bisschen was getan. Im Vergleich zum ersten Gartenjahr lassen wir es jetzt etwas gemütlicher angehen. Immer mal wieder kommt lieber Besuch in den Garten, der eine willkommene Entschuldigung für eine Pause liefert. Und manchmal ist es einfach zu warm. Trotzdem konnten wir nun den Anbau zumindest von außen fertig stellen und streichen. Von innen muss er noch ein bisschen isoliert (und für mich zumindest halbwegs spinnensicher gemacht) werden.

Der Wohnraum ist bis auf Kleinigkeiten nun fertig und mega gemütlich geworden.

Küche und Esszimmer 😉
Wohnzimmer mit Holzofen (der noch ein Kaminrohr nach außen bekommen muss).
Schlafzimmer. Die Luke werden wir nach oben hin noch einen Balken breit vergrößern, momentan ist der Ein- und Ausstieg recht sportlich 😀

Letzte Wochen hatten wir dann wirklich bemerkenswerten Besuch, der uns ein bisschen aus den Socken gehauen hat. Beim Mähen der Wiese um unsere Wildgehölzhecke herum hörte Peter ein Zischen und sah dann eine sich entfernende Schlange. Blindschleichen haben wir ja schon oft im Garten gesehen, aber das hier war eindeutig jemand anderes! Am nächsten Tag schlängelte sich das genannte Exemplar dann sogar am Häuschen entlang und überraschte uns an unserem Sitzplatz, wo wir gerade Kaffee tranken.

Sie hatte wohl die Spur einer Maus aufgenommen, die wir kurz vorher vorbei huschen gesehen hatte. Ich konnte tatsächlich ein Foto dieser Schönheit machen und so später bestätigen lassen, dass es sich hier um eine Ringelnatter (genauer gesagt eine Barren-Ringelnatter) handelt. Sie können fast zwei Meter lang werden. Das Exemplar bei uns war einen guten Meter lang und wohl ein Weibchen. Die Leute aus meiner Naturgarten-Gruppe waren alle total aus dem Häuschen und haben mir empfohlen, einen Haufen aus Steinen und Totholz für die Schlange zu bauen. Was natürlich auch direkt umgesetzt wurde.

Versteck für Nagini

Außer der Schlange freuten wir uns auch sehr, als wir bei unserer ersten Übernachtung tatsächlich Glühwürmchen im Garten beobachten konnten. Ich hatte die noch nie gesehen und war dementsprechend happy. Eine kurze Recherche ergab, dass es diese Käfer nur an Stellen gibt, wo es nachts tatsächlich dunkel ist, weil sie sonst nicht miteinander kommunizieren können. Unter anderem dehslab werden sie immer seltener. Ein Grund mehr, bei uns keine Lampen zu installieren, die nachts ununterbrochen brennen, zumal sich Glühwürmchen drei Jahre lang im Larvenstadium von Schnecken ernähren. Und von denen möchten wir ja wenn überhaupt weniger als mehr.

Da wir, wie erwähnt, nun auch ab und zu im Garten übernachten, war es nun auch an der Zeit, endlich für eine vernüftige WC-Lösung zu sorgen. Wir hatten vor einem Jahr zwar schon unsere Trockentrenntoilette in einem WC-Zelt aufgestellt, diese aber nicht wirklich benutzt. Sie war demenstprechend leider auch in einem schlechten Zustand (das Holz war im Winter feucht geworden und hatte eine Menge Stockflecken) und musste überarbeitet werden. Das WC-Zelt war zudem unkomfortabel und sowieso nicht auf Dauer gedacht. Da wir im Anbau letztendlich etwas wenig Platz haben um ein WC dort einzurichten, haben wir uns dann doch für ein richtiges Toilettenhäuschen entschieden. Dafür hatte Peter am letzten Wochenende nochmal eine kleine Bodenplatte gegossen, auf welcher er dann ein kleines „Fertighaus“ bzw einen Werkzeugschuppen aufbaute. Das ging eigentlich recht schnell und wir sind mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden, auch wenn das Haus leider aus Kunststoff und nicht aus Holz ist.

Im Garten zu übernachten ist wirklich wunderbar und entspannt uns ungemein. Jede Übernachtung ist wie ein Kurzurlaub und macht unglaublich viel Freude. Manchmal ist Abends Zeit für ein Bier mit den Nachbarn, mit etwas Glück hört man den Rehbock rufen und ein frischer Kaffee früh am Morgen auf unserer Terrasse ist einfach unbezahlbar.

Zum Abschluss kommen nun wie immer noch ein paar Bilder, die im Text keinen Platz hatten:

What a difference a day makes (or two)!

Am Freitag war es endlich so weit: Das Gartenhaus wurde geliefert!!! Wir waren mega aufgeregt ob die Anlieferung klappen würde und welche Qualität das Holz haben würde. Beides hat uns nicht enttäuscht. Aber der Reihe nach.

Das Haus wurde auf drei riesigen Paletten von einem 40-Tonner LKW angeliefert. Da dieser gar nicht in den Weg am Garten rein gekommen wäre, hatten wir uns lange den Kopf darüber zerbrochen, wie wir das hinbekommen würden. Die Rettung kam dann über unseren Freund Tobias, der eine große Firma in Oberhausen hat, wo es nicht nur sehr viel Platz sondern auch Gabelstapler und kleiner LKWs gibt. Er hat uns angeboten, das Haus dort hin liefern zu lassen und es dort auf einen seiner Containerwagen umzuladen, sodass er es dann in den Garten liefern würde. Wir können nicht in Worte fassen, wie sehr uns das alles erleichtert hat und sind super froh, dass das so geklappt hat. Tobias´ LKW war immer noch sehr groß, aber sein professionelles Auge hat direkt eingeschätzt, dass er damit den Weg bei uns durch kommt und er behielt Recht (auch wenn es trotzdem noch sehr knapp in den Kurven war).

Abladen in Oberhausen
Und anschließend im Garten

Bevor Tobias kam, haben wir die erste Pallette schon selbst mit einem kleineren Wagen von Tobias rüber gefahren, denn es passte nicht alles in den Container.

Die erste Pallette mit Türen und Fenstern

Dank zusätzlicher Hilfe von Jörg und Fynn aus dem Dojo war alles recht schnell ausgeladen. Im Garten standen dann erst Mal mehrere große Haufen Holz in unterschiedlichen Größen und Längen rum und wir freuten uns schon auf das Teilesuchen und Tetris spielen am kommenden Tag.

Der dritte und größte Holzhaufen ist hier noch nicht mal zu sehen

Am Samstag hatten wir dann nochmal Hilfe von Jörg und so gingen die beiden Männer früh ans Werk um das Haus aufzubauen. Sehr schnell zeigte sich, dass die Balken wirklich total präzise zugeschnitten waren und super ineinander passten. Teilweise sind die Balken fast sechs Meter lang und passten trotzdem exakt ineinander. Der Aufbau der Wände inklusive der Fenster ging dann wirklich schneller als erwartet (obwohl immer wieder die richtigen Teile aus den Holzhaufen gesucht werden mussten). An dieser Stelle möchten wir deshalb auch den Hersteller Lugarde erwähnen, mit deren Service und eben auch der Qualität das Hauses wir wirklich happy sind und waren.

Vor das Fenster kommt ein Essplatz
Hier kommt die (kleine) Küchenzeile hin
Wie man sieht war die Stimmung gut 🙂
Blick vom zukünftigen Sofa auf Terrasse und Garten

Während die Männer mit dem Hausbau beschäftigt waren, habe ich mich noch ein bisschen um den Gemüsegarten-Teil gekümmert. Der Zaun geht jetzt weiter und es gibt jetzt ein Rankgerüst, an das sich von beiden Seiten jeweils eine männliche und eine weibliche Mini-Kiwi-Pflanze anlehnen. Auch ein paar vorgezogene kleine Stockrosen konnte ich schon an den Zaun pflanzen.

Am Sonntag sollte es dann locker flockig weiter gehen mit dem Dach. Das war dann allerdings nicht mehr so einfach wie am Samstag und ging deutlich langsamer voran. Es galt, den Dachfirst und die sechs Meter langen Dachbalken aufzubauen, was zu zweit nicht ganz einfach war. Decken konnten wir das Dach dann an dem Tag auch nicht mehr, aber Richtfest konnten wir schon feiern.

Blick von oben
Blick von unten auf Haus und Terrasse

Ab Mitte der Woche soll das Wetter schlechter werden, deshalb wurde das Häuschen vorerst mit Folien abgedeckt. Je nach Wetterlage wird dann das Dach so schnell wie möglich mit einer ersten Lage Bretter gedeckt. Darauf kommt dann eine dünne Isolierung und vorraussichtlich Trapezbleche. Wenn das Dach fertig ist, kommt dann noch der Boden dran, der ebenfalls isoliert werden soll. Parallel dazu werden wir Grundierung und Lasur (außen grau, innen weiß) auftragen. Die eigentliche Gartenarbeit wird also in den kommenden Wochen reduziert (abgesehen vom Einsäen und Vorziehen der Gemüsepflanzen), denn das Haus wird die meiste Arbeit sein.

Gießen und graben

Der Januar brachte überwiegend kaltnasses Wetter, zum Glück aber fast keinen Frost, sodass wir stetig weiterbauen und umgraben konnten.

Der größte Fortschritt zeigt sich derzeit beim Fundament. Peter hat sich echt ins Zeug gelegt, damit es rechtzeitig fertig wird und noch genug Zeit hat um gut durchzuhärten. Also wurde weiter gegraben und verschalt und gestern war es dann so weit: Der letzte Teil samt Bodenplatte konnte gegossen werden! Zum ersten Mal hatten wir beim Gießen sogar Sonnenschein (bisher war das Wetter beim Betonieren fast immer nass und nieselig), was nicht nur der Laune sondern auch der Bodenbeschaffenheit (kein Matsch!) zugute kam. Nach sieben Säcken Zement, gut zwei Tonnen Schotter, ca 60 Schubkarren und ca drei Stunden glätten war alles fertig und sieht super aus.

Hier eine Fotostrecke mit dem Baufortschritt der letzten Wochen:

Nun muss der Zwischenraum noch geschottert und gestampft werden. Darauf kommen dann ein paar Platten Styrodur und eine Dampfsperre und dann kann das Häuschen kommen! Wir freuen uns mega darauf!

Auch der Gemüsegarten hat Fortschritte gemacht. Wie wir festgestellt haben, müssen wir für die Beete terrassieren. Mehr als gedacht. Glücklicherweise haben wir aber noch einiges an Grauwackesteinen übrig, sodass wir das mit kleineren Trockenmauern gut hinbekommen. Erde muss dann von einer Seite auf die andere umgeschichtet werden um den schräg abfallenden Hang auszugleichen. Dabei können auch gleich die Brombeerwurzeln aussortiert werden.

Für die Beete selbst haben wir von unserem Freund Tobias Palettenrahmen geschenkt bekommen, die man super zum Hochbeet umfunktionieren kann. Das spart nicht nur eine Menge Geld, sondern auch Arbeit, denn sie können schnell aufgestellt und müssen nicht erst gebaut werden. Die Holzrahmen stehen auf einer Reihe Pflastersteine, die wir kostenlos über Ebay Kleinanzeigen bekommen haben. So verrotten die Rahmen von unten hoffentlich nicht so schnell.

So sah und sieht es aktuell im Gemüsegarten aus:

Nach und nach werden nun vier solcher Beete aufgebaut, wobei wir uns (nachdem wir mal überschlagen haben wie viel Erde in die Beete rein kommt und dabei blass wurden) für die nächsten drei Beete dazu entschieden haben, sie nur einen Rahmen hoch zu machen. Statt zweitem Rahmen oben drauf, heben wir die Beete einfach etwas tiefer aus. Unten rein kommt das Wühlmausgitter, obendrauf Grünschnitt und dann wieder ausgehobene Erde. Darauf dann Kompost, Schafmist, Urgesteinsmehl, Bokashi und Pflanzerde. Das macht etwas mehr Arbeit (allerdings müssen wir die Erde ja sowieso auf Brombeerwurzeln durchforsten), spart aber echt viel Pflanzerde. Und wir kommen trotzdem auf eine gute Tiefe für Karotten etc ohne dass diese in das Wühlmausgitter einwachsen.

Dies ist nun unser erster Frühlingsbeginn im Garten und so beobachten wir zum ersten Mal, wie sich die Frühblüher der Sonne entgegenstrecken. Wir sind gespannt, wie viele der von uns gesetzten Frühblüher uns die Wühlmäuse übriggelassen haben (die Schneeglöckchen im Bild sind wild und wurden nicht von uns gesetzt).

Und a propos Pflanzen: Für das Vorziehen der Gemüsepflanzen ist es noch etwas früh (nur die Artischockensamen haben bisher den Weg in die Vorzuchttöpfe gefunden), aber einige Stauden können durchaus schon vorgezogen werden. Die folgenden stehen schon auf dem Balkon und gehen hoffentlich bald auf:

Abgesehen davon treibt auf der Fensterbank die Süßkartoffel die ersten zarten Triebe, die dann im Mai in Kübel gesetzt werden können.

Schaffe, schaffe Häusle baue und Freiheit für die Birke

Teil eins des Fundaments ist fertig! Peter hatte super vorgearbeitet und die Armierung in den Fundamentgräben schon letzte Woche fertig bekommen. Am vergangenen Wochenende konten wir dann schon Beton gießen. Vorher hatten wir uns noch fachmännische Beratung von unserem schwedischen Freund Johan geholt, der uns bestätigte, dass auch leichte Minusgrade beim Aushärten nicht tragisch sind.

Armierung und Schalung des Fundaments, rechts daneben das Drainagerohr

Der Wetterbericht hatte einen trockenen Tag angesagt (zumindest bis zum späten Nachmittag), also legten wir mit Hilfe der Betonmischmaschine unseres Nachbarn Waldemar los. Ich an der Schippe, Peter an der Schubkarre.

Knapp drei Stunden später und bei einsetzendem Regen wurden wir gerade rechtzeitig fertig. Alles ist schön glattgezogen und hoffentlich im Wasser (also nicht im Regen, sondern schön gerade).

Dieses Wochenende holen wir die vorbestellten Schalungssteine ab, die dann auf das Fundament drauf gestellt und wieder mit Beton verfüllt werden. Vorher muss aber der Beton erst völlig aushärten.

Während Peter mit der Armierung zugange war, habe ich die Birke weiter von Brombeeren befreit. Die Birke steht jetzt völlig frei und hat wieder Luft und das rechte Areal des Gartens öffnet sich jetzt langsam dem Blick (und der zukünftigen Planung). Als blaue Überraschungseier haben wir in den Brombeeren unter der Birke mal wieder vier (!) Wasserfässer gefunden. Ich bin gespannt, was sich noch alles unter dem Rest verbirgt – in etwa 100 m2 Brombeeren sind wohl noch zu roden.

Blick von oben
Blick von der Seite

Da die Fotos schon wieder ein paar Tage alt sind sieht man nicht, wie weit wir an dieser Stelle bereits gekommen sind, zumal unsere Freundin Anna am letzten Dienstag an dieser Stelle geholfen hat.

Nebenbei hatten wir dann noch die Idee, im nächsten Frühjahr mit Weidenruten an der rechten Grenze zum unbewirtschafteten Nachbargrundstück einen lebenden Zaun zu setzen. Dafür steckt man frisch geschnittene Weidenruten eng nebeneinander in den Boden und verflechtet sie miteinander. Sie wachsen dann an und ergeben einen wunderbar grünen, schönen Zaun der irgendwann zur Hecke wird. Die Weidenruten müssen aber natürlich irgendwo herkommen. An der südlichen Grundstücksgrenze stehen ja einige Kopfweiden, die auch geschnitten werden. Also habe ich kurzerhand NABU und BUND Ortsgruppen der Umgebung kontaktiert und tatsächlich herausgefunden, dass es der NABU Mettmann ist, der sich um diese Weiden kümmert. Ein Gespräch mit einer sehr freundlichen Dame ergab, dass sie sich über unser Hilfsangebot bei der Pflege der Kopfweiden sehr freut und wir die Ruten dann tatsächlich gerne behalten dürfen. Kurzerhand bin ich dann auch direkt beim NABU Mitglied geworden. Das knüpft an meine langjährige Tätigkeit auf Wallnau im Vogelschutzgebiet des NABU an und der Kreis schließt sich so wieder 🙂

Zaunkönig

Das nächste Etappenziel ist erreicht: Der Zaun steht mitsamt dem Tor und der Sichtschutzabdeckung (Schilfrohrmatte)!

In der letzten Woche hatten wir Besuch von meiner Mutter, die den Garten coronabedingt noch gar nicht kannte und sehr gespannt war. Zum Glück war das Wetter besser als angekündigt, sodass sie es sich mit einem Buch gemütlich machen und uns anfeuern konnte während wir vor uns hin werkelten. Es ist immer wieder schön, Besuch im Garten zu haben und wir freuen uns jetzt schon darauf, unseren Gästen irgendwann etwas mehr Komfort bieten zu können.

Von Muttern seelisch und moralisch unterstützt machten wir uns an das Projekt Zaun/Tor, was ganz schön fitzelig war. Merke: Was man beim Geld spart, zahlt man in Zeit (und manchmal in Nerven) 😉 Letztendlich hat aber alles gut geklappt und nachdem das Tor errichtet war, konnte auch der Zaun gezogen werden. Anschließend kam noch der Sichtschutz dran et voilá, das Ding steht. Fehlt nur noch der Stacheldraht oben drauf (kein Witz – in der Siedlung kommt es im Herbst/Winter durchaus zu Einbrüchen), dann ist alles komplett.

Während Peter Zaunpfähle betonierte, legte ich ein ca 5,5 m2 großes Gemüsebeet an, dort wo vorher unser erstes Phacelia-Beet war. Die Erde war durch das erstmalige Entfernen der Brombeerwurzeln vor ein paar Wochen und durch die Gründüngung der Phacelia schön locker. Allerdings auch schon kräftig von Wurzelunkräutern besiedelt. Zaunwinde, Disteln, Ampfer und natürlich nachgewachsene Brombeeren machen sich breit und ich habe auf der Fläche ganze zwei Schubkarren Unkraut Beikraut rausgeholt. Kaum zu glauben wie viele Brombeerwurzeln da nochmal zum Vorschein kamen…

Auf dem Beet habe ich dann noch Kompost und etwas Kalk verteilt (laut Bodenanalyse ist unser Boden eher im sauren Bereich und kann leichte Kalkung vertragen), einen Rahmen drumherum gestellt (damit ich mir wenigstens einreden kann, dass das das Unkraut fern hält, haha) und mit schwarzer Folie abgedeckt bis ich wieder Mulchmaterial habe und dann die vorgezogenen Pflänzchen einziehen können. Für das meiste Gemüse ist es zu spät, aber Grünkohl und Schwarz-/Palmkohl versuchen wir sowie Buschbohnen. Mal sehen ob das noch was wird, aber dieses Jahr ist ja eh alles spät dran, wir probieren es einfach mal aus.

Das fertige Beet

Zuammen mit meiner Mutter habe ich auch mal wieder Elke vom Naturgarten e.V. in Mülheim besucht. Sie hat schon lange einen Naturgarten und hat uns eine kleine Führung gegeben. Außerdem verwaltet sie die Saatgutbörse des Naturgarten e.V. wo man als Mitglied kostenlos Saatgut abstauben kann. Ich habe gleich mehrere Saaten mitgenommen, darunter Wilder Ziest, Nachtkerze und Akelei. Setzlinge von Musketellersalbei, Eselsdistel und Nachtkerze hat sie mir ebenfalls gleich eingepackt. Diese sind zB unten an der Grundstücksgrenze neben Karde, Mädesüß und Schaben-Königskerze eingezogen. Eine wirklich ganz, ganz tolle Sache, dieser Naturgarten e.V., kann ich sehr empfehlen!

Und da ein großer Garten auch viele Pflanzen braucht, sind wir dann gleich noch bei Gartenwert in Oberhausen vorbei gefahren, der Staudengärtnerei meines Herzens hier im Pott (alles bio, viele heimische Arten und Leute mit Herz). Da haben wir dann nochmal Blutweiderich, Gamander, Quirligen Salbei, etc. mitgenommen und auch eine Funkie, die als nicht einheimische Art etwas aus dem Rahmen fällt, sich aber im kleinen Beet an der Terrasse ganz wunderbar macht:

Von li nach re: Wald-Bergminze, Funkie, Sumpf-Nelkenwurz

Blutweiderich und Gamander stehen jetzt bei den anderen Pflanzen unten am Zaun, und ersterer hat sogar sofort die ersten Blüten geöffnet:

Und a propos Blüten: Hier sehr ihr nun die Tolle Wilde Karde beim Blühen. Ich bin total verliebt.

Zu guter Letzt hielt heute dann – da ja nun der Zaun fertig und der Garten nicht mehr so leicht zu betreten ist – auch der Gaskocher Einzug und wir konnten zum ersten Mal vor Ort frischen Kaffee machen! Dazu gab es dann gleich noch die ersten reifen und wirklich süßen Brombeeren. Wird ja auch Zeit, dass wir von denen auch mal mehr haben als nur Arbeit 🙂

Auch so ne Art Tinyhouse…

Heute, an Peters Geburtstag, gingen wir in die zweite Runde. Die Brombeeren hatten dieses Mal Pause, stattdessen war der Plan, ein Gerätehaus aufzubauen, damit wir Gerätschaften schon dort lassen können und nicht immer alles hin und her fahren müssen. Bei der Gelegenheit durfte auch direkt Peters Eltern einen ersten Blick auf das Gelände werfen. Praktischerweise lag in der Zone des Grauens noch eine aufblasbare Geburtstagstorte 😉

Familie Menke

Seit einer Woche sind wir plötzlich eifrige Leser von Baumarkt-Prospekten und haben direkt ein prima reduziertes Gerätehaus gefunden und auch gleich zugeschlagen. Team Smultronställe hat knapp vier Stunden gebraucht und das Ding stand wie eine eins, erst mal auf einem vorläufigen Platz.