Aus Kanada erreichte uns die Anfrage, ob es denn keine Blogbeiträge mehr gäbe 🙂 Stimmt, wir haben mal wieder lange nichts geschrieben, also kommt hier das neueste Update!
Dieses Jahr beschert uns einen echt tollen Sommer für Gartenanfänger wie uns. Nicht zu kalt, ab und zu Regen und selten wirklich extrem heiß (wobei sich das nächstes Wochenende ändern soll).

Das bedeutet, dass sich die Schäden durch Schnecken und Trockenheit in Grenzen halten und das Gemüse und Obst wunderbar wächst, wie man schon im Titelbild sehen kann. Bisher konnten wir Kartoffeln, Dicke Bohnen, Zuckerschoten, Möhren, Rote Bete, Salat, Butterkohl, Koriander, Spitzkohl, Mangold, Spinat, Radieschen, Fenchel, weiße Johannisbeeren, ein paar Erdbeeren und Stachelbeeren ernten. Und die ersten kleinen Tomaten und Bratpaprika waren sogar auch schon reif! Wir freuen uns jedes Mal beim Ernten ein mittelgroßes Loch in den Bauch und genießen das frische Gold. Direkt vom Beet rein in den Mund, manchmal mit Umweg über den Gaskocher im Garten. Marmelade wurde auch schon eingekocht. Herrlich!





Aber auch strukturell hat sich natürlich wieder ein bisschen was getan. Im Vergleich zum ersten Gartenjahr lassen wir es jetzt etwas gemütlicher angehen. Immer mal wieder kommt lieber Besuch in den Garten, der eine willkommene Entschuldigung für eine Pause liefert. Und manchmal ist es einfach zu warm. Trotzdem konnten wir nun den Anbau zumindest von außen fertig stellen und streichen. Von innen muss er noch ein bisschen isoliert (und für mich zumindest halbwegs spinnensicher gemacht) werden.
Der Wohnraum ist bis auf Kleinigkeiten nun fertig und mega gemütlich geworden.



Letzte Wochen hatten wir dann wirklich bemerkenswerten Besuch, der uns ein bisschen aus den Socken gehauen hat. Beim Mähen der Wiese um unsere Wildgehölzhecke herum hörte Peter ein Zischen und sah dann eine sich entfernende Schlange. Blindschleichen haben wir ja schon oft im Garten gesehen, aber das hier war eindeutig jemand anderes! Am nächsten Tag schlängelte sich das genannte Exemplar dann sogar am Häuschen entlang und überraschte uns an unserem Sitzplatz, wo wir gerade Kaffee tranken.

Sie hatte wohl die Spur einer Maus aufgenommen, die wir kurz vorher vorbei huschen gesehen hatte. Ich konnte tatsächlich ein Foto dieser Schönheit machen und so später bestätigen lassen, dass es sich hier um eine Ringelnatter (genauer gesagt eine Barren-Ringelnatter) handelt. Sie können fast zwei Meter lang werden. Das Exemplar bei uns war einen guten Meter lang und wohl ein Weibchen. Die Leute aus meiner Naturgarten-Gruppe waren alle total aus dem Häuschen und haben mir empfohlen, einen Haufen aus Steinen und Totholz für die Schlange zu bauen. Was natürlich auch direkt umgesetzt wurde.

Außer der Schlange freuten wir uns auch sehr, als wir bei unserer ersten Übernachtung tatsächlich Glühwürmchen im Garten beobachten konnten. Ich hatte die noch nie gesehen und war dementsprechend happy. Eine kurze Recherche ergab, dass es diese Käfer nur an Stellen gibt, wo es nachts tatsächlich dunkel ist, weil sie sonst nicht miteinander kommunizieren können. Unter anderem dehslab werden sie immer seltener. Ein Grund mehr, bei uns keine Lampen zu installieren, die nachts ununterbrochen brennen, zumal sich Glühwürmchen drei Jahre lang im Larvenstadium von Schnecken ernähren. Und von denen möchten wir ja wenn überhaupt weniger als mehr.
Da wir, wie erwähnt, nun auch ab und zu im Garten übernachten, war es nun auch an der Zeit, endlich für eine vernüftige WC-Lösung zu sorgen. Wir hatten vor einem Jahr zwar schon unsere Trockentrenntoilette in einem WC-Zelt aufgestellt, diese aber nicht wirklich benutzt. Sie war demenstprechend leider auch in einem schlechten Zustand (das Holz war im Winter feucht geworden und hatte eine Menge Stockflecken) und musste überarbeitet werden. Das WC-Zelt war zudem unkomfortabel und sowieso nicht auf Dauer gedacht. Da wir im Anbau letztendlich etwas wenig Platz haben um ein WC dort einzurichten, haben wir uns dann doch für ein richtiges Toilettenhäuschen entschieden. Dafür hatte Peter am letzten Wochenende nochmal eine kleine Bodenplatte gegossen, auf welcher er dann ein kleines „Fertighaus“ bzw einen Werkzeugschuppen aufbaute. Das ging eigentlich recht schnell und wir sind mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden, auch wenn das Haus leider aus Kunststoff und nicht aus Holz ist.



Im Garten zu übernachten ist wirklich wunderbar und entspannt uns ungemein. Jede Übernachtung ist wie ein Kurzurlaub und macht unglaublich viel Freude. Manchmal ist Abends Zeit für ein Bier mit den Nachbarn, mit etwas Glück hört man den Rehbock rufen und ein frischer Kaffee früh am Morgen auf unserer Terrasse ist einfach unbezahlbar.


Zum Abschluss kommen nun wie immer noch ein paar Bilder, die im Text keinen Platz hatten:
















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Sonja
"Und es wird fast jeden Tag noch ein bisschen mehr, was sich verändert. ..."
Sonja
"Vor zwei Wochen hatten wir an einem Tag Rehe, Igel und Glühwürmchen im ..."
Sonja
"Die Waschmaschinen-Erdmiete hatten wir uns tatsächlich auch überlegt als Lager für Wurzelgemüse im ..."