Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Kategorie: Naturgärtnern (Seite 1 von 1)

Früchte des Feldes

Aus Kanada erreichte uns die Anfrage, ob es denn keine Blogbeiträge mehr gäbe 🙂 Stimmt, wir haben mal wieder lange nichts geschrieben, also kommt hier das neueste Update!

Dieses Jahr beschert uns einen echt tollen Sommer für Gartenanfänger wie uns. Nicht zu kalt, ab und zu Regen und selten wirklich extrem heiß (wobei sich das nächstes Wochenende ändern soll).

Das bedeutet, dass sich die Schäden durch Schnecken und Trockenheit in Grenzen halten und das Gemüse und Obst wunderbar wächst, wie man schon im Titelbild sehen kann. Bisher konnten wir Kartoffeln, Dicke Bohnen, Zuckerschoten, Möhren, Rote Bete, Salat, Butterkohl, Koriander, Spitzkohl, Mangold, Spinat, Radieschen, Fenchel, weiße Johannisbeeren, ein paar Erdbeeren und Stachelbeeren ernten. Und die ersten kleinen Tomaten und Bratpaprika waren sogar auch schon reif! Wir freuen uns jedes Mal beim Ernten ein mittelgroßes Loch in den Bauch und genießen das frische Gold. Direkt vom Beet rein in den Mund, manchmal mit Umweg über den Gaskocher im Garten. Marmelade wurde auch schon eingekocht. Herrlich!

Der Butterkohl (rechts) ist eine echte Entdeckung und wird auf jeden Fall wieder angebaut! Sehr lecker, sehr ergiebig und einfach Blatt für Blatt zu ernten.
Eine Portion Dicke Bohnen
Die dicksten Bauern ernten die dümmsten Kartoffeln – oder wie war das?
Satte zwei Kilo Stachelbeeren konnten wir ernten. Genug für Marmelade, UND Kuchen!
Salat mit Blüten vom Weidenröschen

Aber auch strukturell hat sich natürlich wieder ein bisschen was getan. Im Vergleich zum ersten Gartenjahr lassen wir es jetzt etwas gemütlicher angehen. Immer mal wieder kommt lieber Besuch in den Garten, der eine willkommene Entschuldigung für eine Pause liefert. Und manchmal ist es einfach zu warm. Trotzdem konnten wir nun den Anbau zumindest von außen fertig stellen und streichen. Von innen muss er noch ein bisschen isoliert (und für mich zumindest halbwegs spinnensicher gemacht) werden.

Der Wohnraum ist bis auf Kleinigkeiten nun fertig und mega gemütlich geworden.

Küche und Esszimmer 😉
Wohnzimmer mit Holzofen (der noch ein Kaminrohr nach außen bekommen muss).
Schlafzimmer. Die Luke werden wir nach oben hin noch einen Balken breit vergrößern, momentan ist der Ein- und Ausstieg recht sportlich 😀

Letzte Wochen hatten wir dann wirklich bemerkenswerten Besuch, der uns ein bisschen aus den Socken gehauen hat. Beim Mähen der Wiese um unsere Wildgehölzhecke herum hörte Peter ein Zischen und sah dann eine sich entfernende Schlange. Blindschleichen haben wir ja schon oft im Garten gesehen, aber das hier war eindeutig jemand anderes! Am nächsten Tag schlängelte sich das genannte Exemplar dann sogar am Häuschen entlang und überraschte uns an unserem Sitzplatz, wo wir gerade Kaffee tranken.

Sie hatte wohl die Spur einer Maus aufgenommen, die wir kurz vorher vorbei huschen gesehen hatte. Ich konnte tatsächlich ein Foto dieser Schönheit machen und so später bestätigen lassen, dass es sich hier um eine Ringelnatter (genauer gesagt eine Barren-Ringelnatter) handelt. Sie können fast zwei Meter lang werden. Das Exemplar bei uns war einen guten Meter lang und wohl ein Weibchen. Die Leute aus meiner Naturgarten-Gruppe waren alle total aus dem Häuschen und haben mir empfohlen, einen Haufen aus Steinen und Totholz für die Schlange zu bauen. Was natürlich auch direkt umgesetzt wurde.

Versteck für Nagini

Außer der Schlange freuten wir uns auch sehr, als wir bei unserer ersten Übernachtung tatsächlich Glühwürmchen im Garten beobachten konnten. Ich hatte die noch nie gesehen und war dementsprechend happy. Eine kurze Recherche ergab, dass es diese Käfer nur an Stellen gibt, wo es nachts tatsächlich dunkel ist, weil sie sonst nicht miteinander kommunizieren können. Unter anderem dehslab werden sie immer seltener. Ein Grund mehr, bei uns keine Lampen zu installieren, die nachts ununterbrochen brennen, zumal sich Glühwürmchen drei Jahre lang im Larvenstadium von Schnecken ernähren. Und von denen möchten wir ja wenn überhaupt weniger als mehr.

Da wir, wie erwähnt, nun auch ab und zu im Garten übernachten, war es nun auch an der Zeit, endlich für eine vernüftige WC-Lösung zu sorgen. Wir hatten vor einem Jahr zwar schon unsere Trockentrenntoilette in einem WC-Zelt aufgestellt, diese aber nicht wirklich benutzt. Sie war demenstprechend leider auch in einem schlechten Zustand (das Holz war im Winter feucht geworden und hatte eine Menge Stockflecken) und musste überarbeitet werden. Das WC-Zelt war zudem unkomfortabel und sowieso nicht auf Dauer gedacht. Da wir im Anbau letztendlich etwas wenig Platz haben um ein WC dort einzurichten, haben wir uns dann doch für ein richtiges Toilettenhäuschen entschieden. Dafür hatte Peter am letzten Wochenende nochmal eine kleine Bodenplatte gegossen, auf welcher er dann ein kleines „Fertighaus“ bzw einen Werkzeugschuppen aufbaute. Das ging eigentlich recht schnell und wir sind mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden, auch wenn das Haus leider aus Kunststoff und nicht aus Holz ist.

Im Garten zu übernachten ist wirklich wunderbar und entspannt uns ungemein. Jede Übernachtung ist wie ein Kurzurlaub und macht unglaublich viel Freude. Manchmal ist Abends Zeit für ein Bier mit den Nachbarn, mit etwas Glück hört man den Rehbock rufen und ein frischer Kaffee früh am Morgen auf unserer Terrasse ist einfach unbezahlbar.

Zum Abschluss kommen nun wie immer noch ein paar Bilder, die im Text keinen Platz hatten:

Strippen ziehen

Wer denkt, nun müsse es doch so langsam mal Schluss sein mit den Brombeeren, hat weit gefehlt. Auch wenn ich mit dem Entfernen der Wurzeln stetig voran komme (derzeit machen wir Arbeitsteilung: Peter kümmert sich um das Fundament, ich um das Gärtnerische), ist noch immer viel Fläche übrig, die von den fiesen Kabeln im Boden befreit werden muss. Heute habe ich mich dem Areal um die Mirabelle gewidmet, das genau wie der Apfel eine Untersaat mit Kräuterrasen bekommen sollte. Damit bin ich auch fertig geworden und wieder bleibt zu hoffen, dass die Saat angeht und die Vögel nicht direkt alles wegfressen.

Um letztere abzulenken haben wir nun auch eine Futtersäule aufgehängt (die wahrscheinlich in der Eiche hängend noch nicht ganz Mäuse-sicher ist, demnächst muss ein Schäferstab her, an dem die Nager nicht hochklettern können). Mal sehen ob das funktioniert. Wir haben ein Rotkehlchen, das uns ständig besucht und sich nun hoffentlich an den Saaten in der Säule einen guten Winterspeck anfressen kann.

Während einerseits die Vögel gefüttert werden, möchten wir die Wühlmäuse andererseits ja lieber vertreiben. Die Buttersäure scheint stellenweise zu funktionieren, an anderer Stelle aber völlig ignoriert zu werden. Deshalb greifen wir neben den olfaktorischen nun auch zu akustischen Waffen: Wühlmaus-Scheuchen! Glücklicherweise trinkt mein Mann ja auch gerne mal Dosenbier. Die leeren Dosen werden, an Metallstäbe gebunden und tief in den Boden gesteckt, angeblich zum akustischen Albtraum der Wühlmäuse und sollen diese mit dem ständigen Scheppern vertreiben. Wir werden sehen ob das was bringt.

Zwischendrin habe ich mich auch mal wieder um die Wiese unten gekümmert und dort mal wieder Disteln und Brennesseln entfernt. Diese werden immer weniger, da sich offensichtlich der gesäte Kräuterrasen gut entwickelt, was man am satten Grün sehen kann und auch daran, dass sich bereits viel mehr Pflanzenarten in der Wiese finden. Mittlerweile blüht dort sogar schon das ein oder andere. Die Arbeit mit den Disteln/Nesseln hat sich offensichtlich gelohnt und wir freuen uns, wie schön grün es dort jetzt schon aussieht.

Wiese vorher (bzw dort wo sie seit dem Frühjahr nicht bearbeitet wurde). Außer Gras, Disteln und Bernnesseln war da nicht viel los.
Und so sieht die Wiese jetzt aus. Dichter, grüner (auch wenn man das auf dem Foto schglecht erkennt) und vielfältiger.

Peter ist wie schon erwähnt nach wie vor am Fundament beschäftigt und kommt dort gut voran. Die benötigten Ausschachtungen sind vorgenommen und nun kann es eigentlich mit dem Auffüllen und Stampfen der Lage Frostschutz-Schotter los gehen. Diese wird am kommenden Mittwoch geliefert. Zehn Tonnen Schotter und Kies für das Fundament. Was übrig bleibt, wird von mir dann für das Anlegen eines Magerbeetes verwendet.

Links Peter am Fundamentbau, rechts die Mirabelle mit Untersaat.

Die Tage wenn wir nicht im Garten sind, vertreibe ich mir derzeit mit Nähen. Im Keller steht ein älteres Schlafsofa, das einen verblichenen, roten Bezug hat der uns nicht mehr gefällt. Diesen habe ich abgenommen, aufgetrennt und auf einen wunderbar weichen Breitcord-Möbelstoff übertragen. Die Polsterkissen sind bereits fertig und der Bezug des Rahmens ebenfalls fast. Zukünftig soll das Sofa dann vor dem Öfchen im Haus stehen und ggf. als weitere Schlafgelegenheit dienen.

Land gewinnen

Die letzten Tage im Garten gab es vor allem eins: wieder viel Arbeit mit den Brombeeren!

Da wir diesen Herbst eine Gehölzhecke mit und zu unserem Nachbarn Thomas setzen möchten, muss natürlich vorher erst mal die Erde dort von Brombeeren befreit werden. Unsere mittlerweile alten Bekannten wachsen gerade an dieser Stelle teilweise schon sehr lange, was sich daran zeigt, dass es dort (auf einer Fläche von insgesamt ca 60 m2) sehr viele und sehr dicke Wurzeln und Ranken gibt. Die müssen nun geschnitten und weggefahren werden. Im Anschluss kommt dann die Spitzhacke zum Einsatz um die Wurzelstöcke zu entfernen.

An anderen Stellen haben wir, wie ihr als aufmerksame Leser ja wisst, schon die gleiche Arbeit gemacht. Mit tatsächlich recht gutem Erfolg. Zwar wachsen fast überall noch Brombeeren nach, doch sind diese beherrschbar wenn man alle zwei Wochen mal über das Gelände geht und die neu gesprossenen Kabel zieht. Je nachdem, wie penibel wir beim Entfernen der Wurzeln sind, wächst mehr oder weniger nach. Im Bereich der zukünftigen Hecke sind derart viele Wurzelknollen, dass wir dort ganz sicher nicht alles raus bekommen und wohl noch mindestens zwei Jahr weiter nachwachsende „Bromberzen“ rausziehen werden müssen. Aber es scheint mittlerweile alles machbar.

Die Hecke wird ca 25m lang und aus den folgenden Gehölzen bestehen:
– Liguster (auf ca 8-10m Länge als Sichtschutz der schnell wächst und auch im Herbst/Winter nicht ganz kahl wird)
– Rote Heckenkirsche
– Pfaffenhütchen
– Kornelkirsche
– Holunder
– Quitte
– Essig- und Hundsrose
– Faulbaum
– Eberesche (Vogelbeere)
– Felsenbirn
– Kupferfelsenbirne
– Schlehe
– Kirschpflaume

Das ist eine bunte Mischung, die sehr vielen Insekten und Vögeln Nahrung und Versteck bieten wird.

Vor bzw unter die Hecke säen wir eine Saatgutmischung für Blühpflanzen ein, genannt Saum. Darin enthalten sind extrem viele einheimische Blumen, aber auch ein Schnellbegrüner (Hafertrespe), der die Überwucherung mit Wurzelunkräutern verhindern bzw. minimieren soll. Bestellt haben wir das bei www.naturgartenvielfalt.de, wo wir von Frau Lüchow super beraten wurden. Kurzerhand haben wir auch eine Samenmischung für einen blühenden Saum im schattigen Bereich unter den Weiden bestellt. Das Saatgut kommt von der Firma Rieger-Hoffmann, die einen echt tollen Job für die Natur machen indem sie heimische und insektenfreundliche Saatgutmischungen für den Siedlungs- und Agrarbereich erstellen. Deren Saatgut hatten wir schon für unsere Wiese im unteren Bereich bestellt und das Geld war super angelegt.

Bevor wir die wurzelnackten Gehölze (und unsere beiden Obstbäume!) setzen können, müssen wir allerdings noch einen neuen Zaun ziehen. Denn wie wir an dem Holundersetzling, den wir vor ein paar Wochen frisch gepflanzt hatten, feststellen mussten, haben die Rehe unseren Garten als Delikatessengeschäft entdecken und freuen sich anscheinend sehr über Holunder, Blaubeer- und Aroniabüsche, sowie über Blutweiderich etc., die von uns neu gesetzt wurden. Der Artenvielfalt zuliebe müssen die Rehe deshalb nun zumindest für eine ganze Zeit draußen bleiben. Nur ungern schließen wir sie aus, doch wenn wir etwas für Insekten und Vögel tun möchten (die stark bedroht sind – im Gegensatz zu den Rehen), müssen wir eben viele einheimische Pflanzen setzen. Und diese schützen bis sie groß genug sind. Also muss ein Wildzaun her, der stehen sollte, bevor die Gehölze kommen. Das wird unser Projekt für die Herbstferien.

Zuerst muss aber eben erst noch das Heckengelände fertig geräumt werden. Geschnitten ist bereits alles und auf ca 18m Länge haben wir auch schon die Wurzeln entfernt. Doch ein kleiner Rest bleibt noch, der uns auch am kommenden Wochenende noch beschäftigt halten wird.

Altweibersommer

Seit Schulbeginn ist unsere Zeit im Garten nun wieder begrenzt, sodass wir nicht mehr im gleichen Tempo vorankommen, wie in den Wochen davor. Trotzdem tut sich weiterhin etwas:

Das Feld des Bauern gegenüber ist mittlerweile abgeerntet, auch das Stroh wurde bereits aufgeladen und weggefahren. Dabei haben wir die Gelegenheit ergriffen, uns dem Bauern mal vorzustellen und haben ihm, als er an einem Sonntag am arbeiten war, eine Kardamombulle vorbeigebracht. Er hat sich offensichtlich sehr gefreut und kennenzulernen. Nachbarschaftspflege ist auch hier wichtig 🙂

Zwischendurch hatten wir mal wieder Besuch, dieses Mal von unserer Freundin Sara, die natürlich auch mit uns in den Garten kam und mir dort dabei half, die Wiese mal wieder von Disteln und Brennesseln zu befreien.

Diese Arbeit macht sich sichtlich immer mehr bezahlt, denn die Wiese wird nicht nur etwas weniger holprig, sie wird auch grüner und saftiger. Brennesseln und Disteln finden sich immer weniger, stattdessen setzen sich die gesäten Wildkräuter immer mehr durch. Wir mähen nach wie vor regelmäßig, um genau diesen Effekt zu verstärken und es scheint ganz gut zu funktionieren. Dazu haben wir uns einen gebrauchten Hoddededde zugelegt (diese Bezeichnung versteht nur, wer unseren Lieblingscomedian Eddie Izzard kennt… schaut mal hier rein), sodass wir nicht immer gleich die Elektrosense anschmeißen müssen.

Langsam aber sicher zeigen sich die ersten Anzeichen des Herbstes mit seinen wunderbaren Farben. Der Schneeball am unteren Zaun hat nun ferrari-rote Beeren, die uns entgegenleuchten und die Birken zeigen ein erstes, zartes Gelb. Die Karden blühen tapfer weiterhin. Sehr spät, für ihre Verhältnisse, aber wie wir feststellen, ist das Microklima am unteren Zaun recht feucht und kühl, deshalb verzögert sich wohl auch die Blüte meiner Lieblingsstaude (und dieses Jahr ist ja sowieso alles später dran).

Der gesetzte Grün- und Palmkohl zeigt sehr unterschiedliche Zwischenergebnisse. Stehen einige der Palmkohl Pflänzchen ganz gut da, hat es bislang nur eine Grünkohlpflanze geschafft zu überleben. Und das, obwohl wie Schneckenkragen und Unkrautvlies (als Abdeckung) verwenden. Wer uns die Setzlinge weggefuttert hat, wisen wir nicht. Wir halten die Augen offen und beobachten was passiert. Ist ja alles noch ein Lernfeld für uns.

Die Bestellung für unsere Wildhecke ist nun auch aufgegeben und wir dürfen etwa Ende Oktober mit Liguster, Kornelkirsche, Faulbaum, Schlehe, Quitte, Pfaffenhütchen und Co rechnen. Auch zwei Obstbäume (Halbstamm, Apfel Roter Berlepsch und Mirabelle von Nancy) kommen dann wurzelnackt zu uns. Ihre zukünftigen Plätze bereiten wir gerade vor, indem wir an der östlichen Grenze die Brombeeren zum Nachbargrundstück von Thomas hin roden und zerkleinern. Auch hier müssen wir natürlich die Wurzeln aus dem Boden holen. Und das sind an dieser Stelle wirklich viele. Es ist also insbesondere hier noch einiges zu tun bis Ende Oktober.

Zwischenzeitlich durften aber auch noch weitere Stauden in den Garten einziehen. Darunter auch eine Hortensie, die Peter zum 25jährigen Dienstjubiläum von seinen Kollegen geschenkt bekommen hat. Außerdem Walderdbeeren, eine Hundsrose und Strauchefeu. Im unteren Bereich bei der Wiese haben wir nun auch eine Beeren-Ecke. Dort stand schon die Stachelbeere, die wir unter den Brombeeren gefunden haben. Dazu haben wir nun Aroniabüsche, eine Blaubeere und einen Holunder gesetzt. Sie stehen schön in der Sonne und sollten dort einen prima Platz haben.

Da das mit dem Wasseranschluss wohl noch etwas dauert und man in den Zeiten des Klimawandels ja gar nicht für genug Wasser sorgen kann, haben wir uns mit der freundlichen Hilfe unseres schwedischen Freundes Krister nochmal zwei 1000l IBC Container zugelegt. So können wir zukünftig viel Regenwasser sammeln um auch in trockenen Sommern hoffentlich genug gießen zu können.

Nun hoffen wir auf einen goldenen Herbst, der vielleicht doch noch etwas Sonne und schöne Tage bringt, damit wir die Hecke gut vorbereiten können und noch ein paar Sonnenstunden im Garten verbringen können.

Zaunkönig

Das nächste Etappenziel ist erreicht: Der Zaun steht mitsamt dem Tor und der Sichtschutzabdeckung (Schilfrohrmatte)!

In der letzten Woche hatten wir Besuch von meiner Mutter, die den Garten coronabedingt noch gar nicht kannte und sehr gespannt war. Zum Glück war das Wetter besser als angekündigt, sodass sie es sich mit einem Buch gemütlich machen und uns anfeuern konnte während wir vor uns hin werkelten. Es ist immer wieder schön, Besuch im Garten zu haben und wir freuen uns jetzt schon darauf, unseren Gästen irgendwann etwas mehr Komfort bieten zu können.

Von Muttern seelisch und moralisch unterstützt machten wir uns an das Projekt Zaun/Tor, was ganz schön fitzelig war. Merke: Was man beim Geld spart, zahlt man in Zeit (und manchmal in Nerven) 😉 Letztendlich hat aber alles gut geklappt und nachdem das Tor errichtet war, konnte auch der Zaun gezogen werden. Anschließend kam noch der Sichtschutz dran et voilá, das Ding steht. Fehlt nur noch der Stacheldraht oben drauf (kein Witz – in der Siedlung kommt es im Herbst/Winter durchaus zu Einbrüchen), dann ist alles komplett.

Während Peter Zaunpfähle betonierte, legte ich ein ca 5,5 m2 großes Gemüsebeet an, dort wo vorher unser erstes Phacelia-Beet war. Die Erde war durch das erstmalige Entfernen der Brombeerwurzeln vor ein paar Wochen und durch die Gründüngung der Phacelia schön locker. Allerdings auch schon kräftig von Wurzelunkräutern besiedelt. Zaunwinde, Disteln, Ampfer und natürlich nachgewachsene Brombeeren machen sich breit und ich habe auf der Fläche ganze zwei Schubkarren Unkraut Beikraut rausgeholt. Kaum zu glauben wie viele Brombeerwurzeln da nochmal zum Vorschein kamen…

Auf dem Beet habe ich dann noch Kompost und etwas Kalk verteilt (laut Bodenanalyse ist unser Boden eher im sauren Bereich und kann leichte Kalkung vertragen), einen Rahmen drumherum gestellt (damit ich mir wenigstens einreden kann, dass das das Unkraut fern hält, haha) und mit schwarzer Folie abgedeckt bis ich wieder Mulchmaterial habe und dann die vorgezogenen Pflänzchen einziehen können. Für das meiste Gemüse ist es zu spät, aber Grünkohl und Schwarz-/Palmkohl versuchen wir sowie Buschbohnen. Mal sehen ob das noch was wird, aber dieses Jahr ist ja eh alles spät dran, wir probieren es einfach mal aus.

Das fertige Beet

Zuammen mit meiner Mutter habe ich auch mal wieder Elke vom Naturgarten e.V. in Mülheim besucht. Sie hat schon lange einen Naturgarten und hat uns eine kleine Führung gegeben. Außerdem verwaltet sie die Saatgutbörse des Naturgarten e.V. wo man als Mitglied kostenlos Saatgut abstauben kann. Ich habe gleich mehrere Saaten mitgenommen, darunter Wilder Ziest, Nachtkerze und Akelei. Setzlinge von Musketellersalbei, Eselsdistel und Nachtkerze hat sie mir ebenfalls gleich eingepackt. Diese sind zB unten an der Grundstücksgrenze neben Karde, Mädesüß und Schaben-Königskerze eingezogen. Eine wirklich ganz, ganz tolle Sache, dieser Naturgarten e.V., kann ich sehr empfehlen!

Und da ein großer Garten auch viele Pflanzen braucht, sind wir dann gleich noch bei Gartenwert in Oberhausen vorbei gefahren, der Staudengärtnerei meines Herzens hier im Pott (alles bio, viele heimische Arten und Leute mit Herz). Da haben wir dann nochmal Blutweiderich, Gamander, Quirligen Salbei, etc. mitgenommen und auch eine Funkie, die als nicht einheimische Art etwas aus dem Rahmen fällt, sich aber im kleinen Beet an der Terrasse ganz wunderbar macht:

Von li nach re: Wald-Bergminze, Funkie, Sumpf-Nelkenwurz

Blutweiderich und Gamander stehen jetzt bei den anderen Pflanzen unten am Zaun, und ersterer hat sogar sofort die ersten Blüten geöffnet:

Und a propos Blüten: Hier sehr ihr nun die Tolle Wilde Karde beim Blühen. Ich bin total verliebt.

Zu guter Letzt hielt heute dann – da ja nun der Zaun fertig und der Garten nicht mehr so leicht zu betreten ist – auch der Gaskocher Einzug und wir konnten zum ersten Mal vor Ort frischen Kaffee machen! Dazu gab es dann gleich noch die ersten reifen und wirklich süßen Brombeeren. Wird ja auch Zeit, dass wir von denen auch mal mehr haben als nur Arbeit 🙂

Update der letzten drei Wochen

Leider blieb das Transportieren der Grauwacke nicht ohne Folgen für meine Wenigkeit und ich lag die letzten gut drei Wochen mehr oder weniger flach aufgrund von Rückenbeschwerden der Güteklasse 1A. Peter war trotzdem fleißig und auch ich habe hier und da ein bisschen was machen können und es ist viel passiert.

Die erste Ferienwoche hat Peter gut genutzt und war jeden Tag draußen im Garten um die Trockenmauer samt Stellplatz weiter zu bearbeiten. Der Platz oberhalb der Mauer musste eingeebnet werden und das Gelände so angepasst werden, dass wir das Gartentor und den Zaun stellen können.

Mein Rücken ließ mich nach zwei Wochen auch wieder zumindest ein bisschen mitmachen, die Bewegung tat sogar sehr gut. So habe ich ein paar Pflanzen gesetzt und vor allem viel im Garten beobachtet. Neben der Raupe des Abendpfauenauges durften wir auch einem Kleinen Feuerfalter, einem Schealbenschwanz und einem C-Falter beim Herumflattern zusehen. Auch neue Pflanzen sind aufgetaucht: Sumpf-Stendelwurz (eine heimische Orchidee!), Sumpf-Ziest und eine Wolfsmilch Art die ich noch nicht näher bestimmen konnt.

Nachdem der Stellplatz fertig war, hat Peter mit dem Wegebelag weiter gemacht (dank der Rüttelplatte unseres Nachbars Waldemar ist dieser jetzt schön fest und stabil) und eine Treppe zum Sitzplatz hin gebaut. Letzterer wurde dann auch gleich noch geschottert und gestampft, sodass wir auch bei Regen dort keine nassen Füße mehr bekommen.

Am oberen Hang habe ich derweil Befestigungsmatten aus Kokos aufgehängt und bepflanzt und mich weiter um Brombeerwurzeln gekümmert. Auch die Wiese unten wurde u.a. mit der Hilfe von Dagmar wieder mal von Brennesseln und Disteln befreit (die uns wohl noch lange dort auf Trapp halten werden). Die Trockenmauer habe ich mit Sandnelke, Mauerpfeffer, Strandnelke, Ysop, Lavendel, etc. bespflanzt und auch der von mir heiß ersehnte Natternkopf hat Einzug in den Garten gehalten. Und weil immer wieder Fragen zur Wilden Karde kommen, zeige ich euch hier ein Bild dieser Schönheit, sie steht kurz vor der Blüte. Ähnlichkeiten mit Saurons Auge sind rein zufällig.

Diese Woche wurde dann das Gartentor gestellt, was eine ziemlich fitzelige Arbeit war. Aber jetzt steht es gut und der Stellplatz wurde bereits zur Probe befahren und hat Gottseidank auch gehalten. Das nächste Schritt ist nun die Errichtung des Zauns.

Da so viel passiert ist, fasse ich die Fotos zu allem in der folgenden Galerie für euch zusammen:

Maurerarbeiten

Die letzten zwei Wochen kam der Garten zeitlich etwas kürzer weg, weil Peter in den letzten Wochen des Schuljahres viel mit Prüfungen zu tun hatte. Trotzdem verändert sich nun viel strukturell:

Montag letzter Woche wurden uns acht Tonnen Grauwacke (Felsen) geliefert, mit denen wir diverse Trockenmauern im Garten anlegen möchten. Allen voran oben die Stützmauer, um den PKW Stellplatz anschütten (und dann den Zaun ziehen) zu können. Die Grauwacke kommt aus einem nahe gelegenen Steinbruch für Naturstein und wird nicht das letzte Material sein, dass wir dort bestellt haben. Die Lieferung war pünktlich, die Steine sehen ganz toll aus und der Fahrer war total freundlich.

Die Größe des Steinhaufesns auf dem Foto täuscht. Es sind ca 4 m3.

Ricardo hatte sich als junger, kräftiger Mann bereit erklärt, mir nach der Anlieferung dabei zu helfen, eine este Menge der Steine per Schubkarre nach unten auf das Grundstück zu fahren. Drei Stunden später war etwa die Hälfte der Steine unten. Damit wird dann später am Häuschen und am zukünftigen Teich terrassiert.

Die andere Hälfte blieb oben, da Peter damit die Stützmauer für den PKW Stellplatz bauen wollte. Das hat er diese Woche umgesetzt und die Mauer sieht genau so schön aus, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Hier der Bau (über zwei Tage hinweg) als Fotostrecke:

Tipps dazu, wie man eine Trockenmauer richtig baut, hat Peter sich von seinen GaLaBau-Kollegen und aus diversen Gartenbüchern geholt. Damit so eine Mauer nicht einstürzt, müssen ein paar Dinge beachtet werden (Drainage dahinter mit Schotter und Drainagerohr, leichte Neigung nach hinten, Ankersteine in den Hang hinein, etc.), aber wir sind nun guter Dinge, dass die Konstruktion hält.

Zwischen und auf die Steine kommen nun trockenheitliebende Polsterpflanzen, davor eine gute Reihe Lavendel, ebenfalls in magerem, trockenem Boden mit Schotteranteil. Ich denke da z.B. an Heidenelken, Mauerpfeffer, Gipskraut und Blutstorchenschnabel. Meine Tätigkeit beschränkt sich gerade auf das Heraussuchen der passenden Pflanzen (leider musste ich feststellen, dass ich wohl für das Tragen schwerer Felsen vielleicht doch ein bisschen zu alt bin…).

Seit einer Woche stehen auf unserem Balkon auch schon viele Pflanzen für die ehemalige Zone des Grauens bereit, die von der Gärtnerei unseres Vertrauens (Strickler in Alzey) geliefert wurden, und warten darauf eingepflanzt zu werden. Sie werden noch ein paar Tage warten müssen.