Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Land gewinnen

Die letzten Tage im Garten gab es vor allem eins: wieder viel Arbeit mit den Brombeeren!

Da wir diesen Herbst eine Gehölzhecke mit und zu unserem Nachbarn Thomas setzen möchten, muss natürlich vorher erst mal die Erde dort von Brombeeren befreit werden. Unsere mittlerweile alten Bekannten wachsen gerade an dieser Stelle teilweise schon sehr lange, was sich daran zeigt, dass es dort (auf einer Fläche von insgesamt ca 60 m2) sehr viele und sehr dicke Wurzeln und Ranken gibt. Die müssen nun geschnitten und weggefahren werden. Im Anschluss kommt dann die Spitzhacke zum Einsatz um die Wurzelstöcke zu entfernen.

An anderen Stellen haben wir, wie ihr als aufmerksame Leser ja wisst, schon die gleiche Arbeit gemacht. Mit tatsächlich recht gutem Erfolg. Zwar wachsen fast überall noch Brombeeren nach, doch sind diese beherrschbar wenn man alle zwei Wochen mal über das Gelände geht und die neu gesprossenen Kabel zieht. Je nachdem, wie penibel wir beim Entfernen der Wurzeln sind, wächst mehr oder weniger nach. Im Bereich der zukünftigen Hecke sind derart viele Wurzelknollen, dass wir dort ganz sicher nicht alles raus bekommen und wohl noch mindestens zwei Jahr weiter nachwachsende „Bromberzen“ rausziehen werden müssen. Aber es scheint mittlerweile alles machbar.

Die Hecke wird ca 25m lang und aus den folgenden Gehölzen bestehen:
– Liguster (auf ca 8-10m Länge als Sichtschutz der schnell wächst und auch im Herbst/Winter nicht ganz kahl wird)
– Rote Heckenkirsche
– Pfaffenhütchen
– Kornelkirsche
– Holunder
– Quitte
– Essig- und Hundsrose
– Faulbaum
– Eberesche (Vogelbeere)
– Felsenbirn
– Kupferfelsenbirne
– Schlehe
– Kirschpflaume

Das ist eine bunte Mischung, die sehr vielen Insekten und Vögeln Nahrung und Versteck bieten wird.

Vor bzw unter die Hecke säen wir eine Saatgutmischung für Blühpflanzen ein, genannt Saum. Darin enthalten sind extrem viele einheimische Blumen, aber auch ein Schnellbegrüner (Hafertrespe), der die Überwucherung mit Wurzelunkräutern verhindern bzw. minimieren soll. Bestellt haben wir das bei www.naturgartenvielfalt.de, wo wir von Frau Lüchow super beraten wurden. Kurzerhand haben wir auch eine Samenmischung für einen blühenden Saum im schattigen Bereich unter den Weiden bestellt. Das Saatgut kommt von der Firma Rieger-Hoffmann, die einen echt tollen Job für die Natur machen indem sie heimische und insektenfreundliche Saatgutmischungen für den Siedlungs- und Agrarbereich erstellen. Deren Saatgut hatten wir schon für unsere Wiese im unteren Bereich bestellt und das Geld war super angelegt.

Bevor wir die wurzelnackten Gehölze (und unsere beiden Obstbäume!) setzen können, müssen wir allerdings noch einen neuen Zaun ziehen. Denn wie wir an dem Holundersetzling, den wir vor ein paar Wochen frisch gepflanzt hatten, feststellen mussten, haben die Rehe unseren Garten als Delikatessengeschäft entdecken und freuen sich anscheinend sehr über Holunder, Blaubeer- und Aroniabüsche, sowie über Blutweiderich etc., die von uns neu gesetzt wurden. Der Artenvielfalt zuliebe müssen die Rehe deshalb nun zumindest für eine ganze Zeit draußen bleiben. Nur ungern schließen wir sie aus, doch wenn wir etwas für Insekten und Vögel tun möchten (die stark bedroht sind – im Gegensatz zu den Rehen), müssen wir eben viele einheimische Pflanzen setzen. Und diese schützen bis sie groß genug sind. Also muss ein Wildzaun her, der stehen sollte, bevor die Gehölze kommen. Das wird unser Projekt für die Herbstferien.

Zuerst muss aber eben erst noch das Heckengelände fertig geräumt werden. Geschnitten ist bereits alles und auf ca 18m Länge haben wir auch schon die Wurzeln entfernt. Doch ein kleiner Rest bleibt noch, der uns auch am kommenden Wochenende noch beschäftigt halten wird.