Schon wieder sind drei Wochen um in denen viel passiert ist. Momentan sind wir mitten in den Herbstferien, sodass wir seit einer Woche wieder besonders viel Zeit im Garten verbringen können.
Im letzten Blogpost hatten wir geschrieben, dass wir die Fläche der zukünftigen Hecke freilegen. Damit sind wir jetzt fertig. Die ganze Länge zu unserem Nachbarn Thomas runter ist jetzt auf einer Breite von ca 1,5-2m freigelegt. Am letzten Samstag kam Thomas dazu und zusammen wurde dann der genaue Grenzverlauf vermessen und markiert. Flink die Maurerschnur gespannt und fertig ist die Heckenlinie.
Bevor wir irgendetwas pflanzen können, musste aber erst mal ein Wildzaun her, der die hübschen Rehe vom gegenüberliegenden Feld davon abhält, unsere Wildrosen, Holunderbüsche, etc. anzuknabbern. Letzte Woche stand nämlich bei unserer Ankunft ein solches Reh gemütlich am Hang und knusperte die Blüten vom frisch gepflanzten Strauchefeu. Da wir das Geld für die neuen Sträucher nicht zum Fenster raus werfen möchten und Insekten/Vögel bedrohter sind als Rehe, müssen letztere zukünftig draußen bleiben und sich einen anderen Delikatessenladen suchen. Entlang der unteren Grenze steht jetzt nämlich ein 1,5m hoher Wildzaun über die komplette Breite von unserem und Thomas´ Garten. Das ist die Minimalhöhe gegen Rotwild, der Zaun steht allerdings ja an einer abschüssigen Stelle, sodass er für die Rehe von außen höher und dadurch schwerer zu überspringen ist. Hoffen wir jedenfalls.

Pünktlich zum Zaunbau erhielten wir auch die ersten Gehölze von Pflanzlust.de, einer Bioland-Baumschule die ich jedem nur ans Herzen legen kann. Alle Gehölze kamen bereits mit Pflanzschnitt versehen und super verpackt bei uns an. Zuerst durfte die Mirabelle von Nancy bei uns einziehen, dann der Rote Berlepsch Apfel (beide allerdings nicht in der Hecke sondern bei uns im Garten) und im Anschluss machten zwei Kornelkirschen, zwei Schwarze Holunder und eine Birnenquitte den Anfang in der Hecke.


Nicht nur von Rehen haben wir tierischen Besuch im Garten. Auf der Unkraut-Folie, die wir auf der Erde auslegen, die von Brombeerwurzeln befreit wurde (um sofortigen Bewuchs von Wurzelunkräutern etc. zu verhindern), haben wir Tierspuren gefunden. Wir tippen auf Fuchs oder Marder. Vielleicht erkennt jemand von euch wer oder was das genau war? Die Größe ist ca 5cm.

Last but not least haben sich die Hügel im Garten leider nicht als Maulwurf- sondern Wühlmaus-Bauwerke entpuppt. Beim Grubbern des Gemüsebeetes stieß ich sehr schnell auf unterirdische Tunnel, die erklärten, warum der gesetzte Grünkohl so plötzlich verschwunden war. Wühlmäuse sind nicht gerade des Gärtners Freund und schwer zu bekämpfen, wenn man nicht zu gemeinen oder umweltschädigenden Mitteln greifen möchte. Wir haben uns nun für Buttersäure entschieden. Diese wird auf Stofffetzen geträufelt und in aufgegrabene Gänge gelegt. Das stinkt. Sehr. Die Gänge buddelt man wieder zu, sodass der Geruch oberirdisch bald verfliegt, unterirdisch aber die Mäuse davon überzeugt, sich woanders ein Zuhause zu bauen. Soweit die Theorie. Wie werden sehen, ob das in der Praxis auch funktioniert und werden berichten. Da wir derzeit auch einiges an Frühblüher-Zwiebeln ausbringen, wäre es schön, wenn diese nicht nur als Mäusefutter dienen würden. Außerdem habe ich im Beet nun noch Radieschen, Asiasalat, Wasabisalat und Winterpostelein gesät, den wir auch lieber selbst essen würden. Die Daumen sind gedrückt.
Während ich mich den gärtnerischen Arbeiten widme, hat Peter das große Projekt des Hausfundaments begonnen. Zuerst legte er am Hang hinter dem Zelt/zukünftigen Haus ein Drainagerohr in den Boden, damit das Regenwasser, das von oben den Hang runter kommt, nicht unter das Haus läuft, sondern umgeleitet wird.

Beim Ausmessen der Grundfläche des Hauses mit angrenzendem Schuppen sowie der Terrasse, die vor das Häuschen soll, waren wir dann ziemlich baff, wie groß doch das Gefälle am Hang ist und wie hoch dementsprechen die Mauern sein müssen, die wir vorne ziehen müssen. Ursprünglich wollten wir ein Punktfundament setzen, werden nun aber wohl doch ein Ringfundament bauen, einfach um die Statik am Hang auffangen zu können.
Schaut man von der Wiese unten hoch zum zukünftigen Häuschen, sieht man später dann eine Trockenmauer (das kann Peter ja schon), auf der die Terrasse sein soll. Im Anschluss daran dann das Häuschen, mit einer kleinen Stufe hoch von der Terrasse. Die Trockenmauer soll in einer Kräuterspirale auslaufen, in deren unterem Ende das Drainagerohr endet (für den Feuchtbereich der Kräuterspirale).

Das Fundament für Haus und Terrasse wird konstruktionstechnisch sicher die größte und kniffligste Aufgabe. Nicht nur weil statisch alles stimmen muss, sondern auch weil wir nicht auf Maschinen zurückgreifen können. Alle Steine müssen von Hand zur Mauer getragen, die Schächte für das Fundament müssen von Hand ausgegraben werden und zum guten Schluss werden wir im unteren Teil des Gartens den zukünftigen Teich ausheben und den Aushub davon mit der Schubkarre nach oben fahren müssen, um die Trockenmauer und teilweise das Fundament des Hauses auffüllen zu können. Letzteres braucht dann noch eine dicke Schicht Schotter, der ebenfalls per Schubkarre dort hin transportiert werden muss. Das wird uns die kommenden Wochen beschäftigt halten. Da sich das Gartenjahr ja aber dem Ende nähert und weniger Pflanzarbeiten anstehen (wenn die Hecke gesetzt und die Wiese drumherum eingesät ist), haben wir dafür ja auch Zeit. Hoffentlich gibt es genügend trockene Perioden, sodass wir die Erdarbeiten auch tatsächlich durchführen können, denn im Regen wird es bei uns aufgrund des Lehmbodens sehr schnell matschig und rutschig.



Volker sagt:
Das sieht alles sehr gut und durchdacht aus. Toll, mit zu verfolgen, wie der Garten sich verändert und Struktur annimmt.
30. Oktober 2021 — 17:19
Sonja sagt:
Ob alles gut durchdacht ist, wird sich rausstellen 😀 Mit großer Wahrscheinlichkeit zahlen wir bei der ein oder anderen Sache Lehrgeld. Aber das ist völlig ok. Neben dem Aikido ein weiteres Lernfeld wo man mit Sicherheit nie auslernen wird!
2. November 2021 — 11:53
Volker sagt:
Lebenslanges Lernen, das seid ihr beide ja gewohnt und ihr seid beriet euch darauf einzulassen. Und Lehrgeld ist eine tolle Prämie, wenn es gelingt Schlüsse daraus zu ziehen! Weiter so!
22. November 2021 — 20:06