Nur die Harten kriegen ´nen Garten

Schöner Wohnen

Da uns die ersten Nachfragen nach einem Update zum Garten (und dem Gartenhaus) erreichen, kommt hier nun der neue Blogeintrag. Wir waren die letzten Wochen wirklich jede freie Minte mit dem Bau des Gartenhauses beschäftigt und haben dafür fast jeden Tag der Osterferien genutzt. Es war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt! Unsere Gartennachbarin meint, das Häuschen sei ein echtes Schmuckstück geworden 🙂 Aber der Reihe nach…

Im letzten Eintrag sah man ja schon die Wände des Hauses. Diese zu errichten war ein Kinderspiel im Vergleich zum Dach, wie sich herausstellen sollte. Der nächste Schritt nach den Wänder war das Einziehen des Zwischenbodens bzw Schlafbodens, der ca die Hälfte der Grundfläche hat. Das ging noch ganz gut und war wichtig, da man erst dann wirklich halbwegs oben an die Dachbalken kam um die Nut- und Federbretter auf das Dach zu schrauben. Die Dachneigung von 30° ist dann nämlich doch ganz schön steil und man kann da nicht eben einfach drauf rumlaufen (jedenfalls nicht ohne Dachdecker zu sein). Dank des Schlafbodens konnte dann etwa die Hälfte der Holzabdeckung des Hauses relativ gut angebracht werden. Die zweite Hälfte war wesentlich schwieriger, denn genau auf dieser Stirnseite des Hauses fällt der Boden ab und die hohe Leiter lässt sich nur sehr schwierig stabil hinstellen.

Trotzdem waren die Bretter gefühlte 3000 Schrauben später drauf und wir konnten das ganze notdürftig mit Planen abdecken um das Häuschen just in time wieder halbwegs regendicht zu bekommen. Das war auch nötig, denn das Wetter sollte dann ein paar Tage lang erst mal nicht so gut sein. Glücklicherweise hatten wir vorher schon die Grundierung auf die Außenwände aufgepinselt. Wenige Tage später kam dann auch schon die Farbe dazu: Innen eine weiße, durscheinende Lasur, außen Lasur in grau, und der Boden wurde dunkel lasiert und gewachst. Beides sieht einfach super aus in Kombination mit den weißen Fensterrahmen. Hier Eindrücke von innen:

Hat fast schon was skandinavisches 🙂
Hier kommt später die kleine Küchenzeile hin.

Um die eigentliche Dacheindeckung machen zu können, musste Peter dann erst mal mit der Konstruktion des Anbauschuppens weiter machen. Dieser hat ein flacheres Dach, auf dem man bequem stehen kann um zumindest auf der einen Seite die Dachabdeckung gut anschrauben zu können.

Wir haben uns letzten Endes für das Easypan System entschieden. Große Dachplatten aus Metall mit Beschichtung, die aussehen wir graue Dachschindeln. Darunter kam erst noch eine Schicht Dämmung und eine Dampfsperre. So sah das ganze aus, als die Dämmung drauf war:

Zu sehen ist hier auch die grauer Lasur, mit der wir wirklich super zufrieden sind und die wir mit Hilfe von Birgit und Michi ruckzuck aufgetragen hatten

Bevor die Easypan Platten drauf kamen, wurden „noch eben“ die Windfangbretter weiß lackiert und angebracht, denn die mussten dran sein um (Achtung, jetzt kommt ein Wort für das nächste Lexikon-Spiel:) den Ortsgang anbringen zu können. Alles musste zügig vorangehen, denn es war wieder Regen angesagt (der dann doch erst mal nicht kam) und so waren wir sehr froh am Tag der eigentlichen Dackdeckung Hilfe von Jörg zu haben, der Kraft und Körperlänge mitbrachte um Peter alles aufs Dach anreichen zu können.

Nach insgesamt über 12 Stunden Arbeit war das Dach denn fertig. Ein paar Schrauben fehlen zwar noch hier und dort, aber es ist alles dicht und sieht erst mal auch fertig aus. Und wir sind mega happy mit dem Ergebnis:

Links sieht man noch Anreicher Jörg bei der Arbeit

Den ersten stärkeren Regen hat das Häuschen sicher und trocken überlebt und dank der Dachrinne (deren Anbringung auch nicht ganz unkompliziert war) konnten wir auch direkt Gießwasser sammeln.

So sieht das ganze vom Hang aus .

Wie man auf dem letzten Bild sieht, hat in den letzten Wochen der Frühling farbenprächtig eingesetzt und es blüht mehr und mehr im Garten. Neben den von uns im letzten Jahr gesetzten Stauden (die fast ausnahmslos alle wiederkommen!) gibt es ständig Neuzugänge. Von alleine gekommen sind zB der Hahnenfuß, die weiße Taubnessel, die Gemeine Nelkenwurz, Lerchensporn, Gamander, der kriechende Günsel, der Rainkohl und gaaaanz viel Vergissmeinnicht. Nachgeholfen haben wir bei Rainfarn, Kugeldistel, Farbiger Wolfsmilch, Eibisch und anderen – allesamt einheimische Blühstauden als Leckerbissen für Insekten. Außerdem haben wir vier große, alte Rhododendren von unseren Nachbarn bekommen, die sie ausgraben mussten und entsorgen wollten. Sie sind zwar nutzlos für Insekten und Vögel, aber eben doch auch sehr schön und da wir ja jede Menge Platz haben, wurden sie von uns kurzerhand erst mal adoptiert. Sie bedanken sich indem sie jetzt gerade sogar anfangen zu blühen, sie fühlen sich also anscheinend trotz des Umzugs ganz wohl.

Neben dem Hausbau steht aber natürlich auch der Gemüseanbau nicht still. In den Hochbeeten reifen die ersten Radieschen, die Erbsen und dicken Bohnen wachsen fröhlich weiter, die ersten Kartoffelblätter schauen aus dem Boden raus und auch Möhren, Fenchel, Heckenzwiebel, Butterkohl, Rote Bete, Spitzkohl und Spinat machen sich prächtig. Wir warten ungeduldig auf die Eisheiligen, damit wir die vorgezogenen Tomaten, Gurken, Kürbisse, Bratpaprika, Physalis, Artischocken und den Amaranth endlich rauspflanzen können – es wird nämlich langsam eng hier zu Hause.

Dicke Bohnen
Im Hochbeet sieht man Zuckererbsen, Spinat und Radieschen, vorne rechts und links des Rosenbogens Kiwibeeren.
Die allererste Apfelblüte (Roter Berlepsch) – juhu!

Und was steht nun an? Die wirklich schweren Arbeiten sind erst mal erledigt und wir können uns kleineren Projekten widmen:
Ein Gemüsebeet will noch umgegraben werden, damit wir dort ein Milpa-Beet anlegen können (Zuckermais, Stangenbohnen, Kürbis – eine altbewährte synergetische Kombi).
Der Schuppen muss noch seine Wände bekommen, damit wir das Zelt, das aktuell unten auf der Wiese steht, abbauen und alles was gerade darin steht im Schuppen unterbringen können.
Mein Projekt „Beerenecke“ muss auch noch fertig gestellt werden. Ich hatte in der letzten Woche immer mal wieder das Gras um unsere Beerenbüsche herum entfernt, damit es ihnen keine Nährstoffe wegnimmt, Grassoden teilweise abgestochen um Erdbeeren pflanzen zu können und Platz zu schaffen für die Absenker der Japanischen Weinbeere, die wir von unserem Nachbar Waldemar bekommen haben. Da ist noch was zu tun und eine Rankhilfe möchten die Weinbeeren auch noch bekommen.
Natürlich geht es jetzt auch an das Einrichten des Häuschens. Eine Tätigkeit auf die ich mich ehrlich gesagt schon seit einem Jahr freue. Die Küchenmöbel (viel ist das ja nicht) sind schon ausgesucht und der kleine Esstisch samt Stühlen steht auch schon. Nun fehlt noch das Sofa, eine Matratze und irgendwann noch unser Öfchen, von dem wir beide schon lange träumen.
Etwas größer sind dann wiederum die Fragen nach Strom (Solaranlage? Stromanschluss über die Nachbarn?) und fließend Wasser (ein Wasseranschluss ist möglich und eigentlich auch geplant – vielleicht ein Projekt für die Sommerferien?).

Eins ist sicher: Und wird nicht langweilig 🙂

Essplatz mit Aussicht