Die vergangenen drei Wochen standen ganz im Zeichen des Gemüses und des Schuppens. Bisher ist das Frühjahr ideal dafür – sonnig, warm mit ab und an etwas Regen. Perfekt also um das vorgezogene Gemüse von der Fensterbank (wo es dem Kater den ganzen Platz geraubt hat) in den Garten zu verfrachten. In dieser Zeit hatten wir auch Besuch von meiner Mutter (und von Michi, dem Hund unserer Freundin Birgit), die für einen Großteil der schönen Fotos im heutigen Beitrag verantwortlich ist (meine Mutter, nicht Michi).

Peter nutzte das tolle Wetter um den Anbau fertig zu bauen. Einen Großteil des dafür benötigten Holzes hatten wir tatsächlich noch vom Haus übrig. Beim Kauf des restlichen Profilholzes ist uns dann deutlich klar geworden, wie sehr die Rohstoffpreise angezogen haben… Wir sind glücklich, dass wir jetzt einen abschließbaren Schuppen vor dem Haus haben (in dem auch die Trockentrenntoilette untergebracht wird). Nun muss dieser Anbau noch in der gleichen Farbe wie das Haus lasiert werden und die äußere Struktur ist fertig.

Innen haben wir mit dem Aufbau der kleinen Küchenzeile begonnen. Die Schränke stehen, Griffe und Arbeitsplatte fehlen noch. Übermorgen fahren wir das Sofa ins Haus, darauf freue ich mich schon sehr!

Die Arbeitsteilung der letzten Wochen war klar: Peter baut, ich pflanze. Es gab auch viel, was endlich in die Erde wollte: 16 Tomaten, 2 Gurken, 2 Kürbisse, 16 Maispflanzen, 10 Amaranthpflanzen, 6 Bratpaprika, 2 Physalis, 4 Süßkartoffeln. Außerdem mussten Stangenbohnen, Bohnenkraut, weitere Radieschen, Buschbohnen und Rote Beete gesät werden. Da wir fast immer erst wieder die Erde umgraben und Brombeerwurzeln entfernen müssen, dauert das dann eine ganze Weile.

Aber nun steht alles gut im Boden und wurde mit Schafwolle und/oder Lupinenpellets, Kompost und ggf etwas Hornspänen versorgt. Besonders gespannt sind wir auf das sogenannte Milpa-Beet (Bezeichung der Inkas), auch „die drei Schwestern“ genannt.

Mais, Stangenbohnen und Kürbis ergänzen sich symbiotisch gegenseitig: Die Bohnen sammeln Stickstoff für Kürbis und Mais und dürfen dafür am Mais hochklettern und der Kürbis beschattet ihnen die Füße. Mal sehen ob das tatsächlich so funktioniert oder uns die Wühlmäuse einen Strich durch die Rechnung machen, denn dieses Beet ist nicht mit Draht geschützt. Im Kartoffelbeet daneben sichteten wir schon Einbruchsversuche, aber dort sind sie bisher am Draht gescheitert.

Schneckenfraß gab es bisher glücklicherweise keinen, obwohl wir im Spinat tatsächlich die erste Nacktschnecke gefunden haben. Also kommt an die Hochbeete nun doch Kupferband ran. Aber bisher konnten wir supertolle Radieschen und Spinat satt ernten. Der erste Ernteerfolg macht direkt glücklich 🙂

Die Tomaten sind größtenteils Freilandtomaten und brauchen keinen Schutz von oben (so zumindest die Theorie). Ein paar stehen also ganz frei, vier Stück unter dem Dachüberstand des Häuschens und ein paar haben wir in ein kleines Gewächshaus gestellt. Davor stehen Wildtomaten („Rote Murmel“) und Artischocken, daneben die Pimientos des Padron – allesamt lieben die Sonne, die sie dort den ganzen Tag lang auch bekommen.

In den letzten zwei Wochen ist der Garten schier explodiert. Alles sprießt und blüht, durchaus auch das was man nicht so gerne oder zumindest nicht in dieser Menge haben möchte – Naturgarten hin oder her. Also heißt es nun auch Labkraut, Kratzdiestel, immer wieder Brombeeren (natürlich!), Hahnenfuß und Ampfer eindämmen, weil sie sonst alles andere verdrängen. Brennessel und Taubnessel dürfen bleiben, vor allem in dem Teil der früher die Zone des Grauens war. A propos Zone des Grauens, hier mal ein Vorher-Nachher-Vergleich dieser Zones bzw des Hangs am oberen Teil des Gartens:

Zum Abschluss hier noch eine Galerie mit mehr Fotos, vor allem wie gesagt von meiner Mutter. Viel Spaß damit!